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Außergewöhnlich entwickeln

Eine Mission erfüllen

Klassische Methoden des Managementtrainings bieten kaum noch Anreize. Im Trend liegen ungewöhnliche Maßnahmen und außergewöhnliche Orte: In Klöstern und Zen-Schulen suchen Führungskräfte spirituelle Erneuerung. Doch das Angebot ist uferlos und die Unterscheidung zwischen seriösen Seminarveranstaltungen und pseudopsychologischem Hokuspokus nicht einfach.
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Im Gäste-Refektorium brennt das Licht. Es ist Abend. Fünf Männer und zwei Frauen sitzen schweigend um einen gedeckten Tisch. Sorgsam, fast feierlich umrundet ein weiterer Mann die Gruppe, bietet nacheinander und wortlos jedem einzelnen Brot, Butter, Aufschnitt und Wurstsalat an. Wortlos bedeuten ihm die Sitzenden, was sie haben möchten. An einem Stehpult liest ein älterer Mann mit Strickjacke aus einem alten Buch vor.

Die Schweigenden, ihr Vorleser und ihr Diener sind leitende Angestellte größerer Unternehmen sowie Chefs kleiner und mittelständischer Betriebe. Hier, im Benediktinerkloster Andechs, haben sie sich zu den Besinnungstagen für Manager und Unternehmer zusammengefunden. Drei Tage lang haben sie Gelegenheit, über ihren augenblicklichen Standort, ihre Werte und eine mögliche Weiterentwicklung ihrer selbst und ihrer Unternehmen zu meditieren, nachzudenken und zu sprechen. Ein Teilnehmer möchte nach jahrelanger erfolgreicher Unternehmensführung etwas Neues beginnen, ein anderer nach einer persönlichen Krise seinen Führungsstil überdenken, eine Jungunternehmerin muss sich noch gegen verschiedene andere Interessen in ihrem Betrieb behaupten, andere wollen einfach mal in Ruhe zu sich selbst kommen.

Der Ort für die ungewöhnliche Veranstaltung ist gut gewählt, denn hier im Voralpenland sind Spiritualität und wirtschaftlicher Erfolg offenbar schon lange eine harmonische Partnerschaft eingegangen. Nach dem Benediktinermotto 'ora et labora', bete und arbeite, haben neun Mönche und rund 200 weltliche Angestellte ein kleines Wirtschaftsimperium geschaffen.
Autor(en): Cornelia Schäfer
Quelle: management&training 01/04, Januar 2004, Seite 12-15
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