Management

Arbeitssucht

Überdosis Arbeit

Ehefrauen verlassen ihre Männer, Freunde ziehen sich auf Nimmerwiedersehen zurück, die Kinder kennen ihre Väter nur noch von spärlichen Stunden am Sonntag. Das Leben um sie herum bricht zusammen und sie selbst - die Arbeitssüchtigen - sie merken es nicht einmal, verbringen weiterhin Stunde um Stunde am Schreibtisch, vor dem Computer oder im Auto. Ein Teufelskreis, aus dem die Betroffenen nur schwer herausfinden, weil sie überzeugt sind, sich völlig „normal“ zu verhalten. Das soziale Umfeld ist dann häufig schon völlig kaputt. Was den Circulus vitiosus verschlimmert: Wer bereit ist, sich rund um die Uhr beruflich einzusetzen, genießt gesellschaftlich eine hohe Anerkennung.
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Die Zahl der Arbeitssüchtigen liegt im Dunkeln. Viele der Betroffenen haben noch gar nicht realisiert, daß sie in einem Teufelskreis gefangen sind, oder sie hüllen sich in ein Tarnmäntelchen der Selbstrechtfertigung, das ihnen vormacht: „Erfolg hat nur der, der viel arbeitet“. Prof. Detlev Müller-Böling stellte in einer Studie, die er 1988 an der Universität Dortmund durchführte, bei 1.500 Managern fest, daß sie im Durchschnitt pro Woche 59 Stunden arbeiten. 5 Prozent der Befragten arbeiten weniger als 50 Stunden, 34 Prozent arbeiten zwischen 50 und 60 Stunden und 45 Prozent gehen zwischen 60 und 70 Stunden in der Woche ihrem Beruf nach. Über 70 Stunden pro Woche arbeiten noch 15 Prozent der befragten Manager.

Der Begriff Sucht wird im allgemeinen als ein krankhaftes Verlangen nach Lustgewinn verstanden, das alle anderen Lebensbereiche zurückdrängt. Dabei kann im Grunde jedes Bedürfnis zur Sucht entarten, wenn man die Kontrolle darüber verliert. Diplom-Psychologin Uschi Rodenstock beschreibt Sucht als eine immer wiederkehrende zwanghafte Befriedigung eines Bedürfnisses, das sowohl eine körperliche als auch seelische Abhängigkeit mit sich zieht…
Autor(en): Elke Abels, Werner Gross, Dr. Gerhard Mentzel
Quelle: managerSeminare 18, Januar 1995, Seite 28-36
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