Zeit neu denken

Zeitwohlstand statt Zeitirrsinn

„Jeden Euro, den wir ausgeben, können wir wieder verdienen. Jeder Moment, der verstreicht, ist dagegen für immer vorbei.“ Das ist mein Lieblingssatz aus dem diesmaligen Titelthema. Er bringt für mich gut das Dilemma auf den Punkt: Wir denken – und dieses Denken hat sich über Hunderte von Jahren tief ins kollektive Bewusstsein der westlichen Welt eingebrannt – Zeit ist Geld. Doch Zeit ist nicht Geld, sie ist Leben. Nur vergessen wir das dauernd bzw. leben nicht nach dieser Vorstellung.
 
 

Können wir Zeit wirklich managen, sparen, verlieren oder gewinnen?

In unserer Vorstellung, die unser Privat- wie unser Arbeitsleben prägt, können wir Zeit managen, sie sparen, sie verlieren oder gewinnen. „Gewonnene“ Zeit, so meinen wir, können wir mit zusätzlichen Tätigkeiten füllen. Das Zeitmanagement lässt grüßen, verspricht es doch, immer mehr in der gleichen Zeit erledigen zu können. Was wiederum den Wert der Zeit steigert und es noch absurder erscheinen lässt, Zeit „ungenutzt“ zu lassen. Effizienzsteigerungen und Produktivitätsgewinne sind die Folge. Doch die haben einen Preis: Wir hetzen durchs Leben, die gefühlte Zeitnot führt zu mentaler Erschöpfung bis hin zu Burnout und Schlimmerem. Zu diesem Schluss kommen zumindest Harald Lesch, Karlheinz Geißler und Jonas Geißler, die drei Autoren des Titelbeitrags. In ihrem Beitrag „Wider den Zeitirrsinn“ sezieren die drei Zeitexperten unsere Vorstellungen von Zeit. Ihrer Meinung nach sind sie nicht mehr zeitgemäß oder waren immer schon falsch. Auf jeden Fall ist es ihrer Meinung nach dringend an der Zeit, Zeit neu zu denken. Und genau dafür ist jetzt eine gute Zeit. Pandemiebedingt befinden wir uns gerade in einer Zwischenzeit, in einem „Dazwischen“ von Old und New Normal, in der sich die Welt und ihre Denkgebäude neu zurechtrücken lassen. 
 
Um für die Herausforderungen der Arbeitswelt von morgen gewappnet zu sein, gilt es, schon heute neue Denkweisen, Führungskonzepte und Arbeitsmodelle zu entwickeln. Das Versicherungsunternehmen AXA hat daher vor einiger Zeit eine Workforce Transformation gestartet – mit dem Ziel, Hierarchien abzubauen und die eigenen Mitarbeitenden so zu empowern, dass sie nach und nach mehr Verantwortung für ihre Bereiche übernehmen und ihre Aufgaben selbstbestimmter erledigen können. Wie diese Workforce Transformation bei AXA aussieht, was es bei Veränderungsvorhaben zu beachten gilt – und warum es sich lohnen kann, das Unternehmen auch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten, lesen Sie in unserem Interview mit Personalvorständin Sirka Laudon und Schadenregulierer Dominik Scholz.
 

Der Beitrag wurde geschrieben von

Nicole Bußmann
Nicole Bußmann, Chefredakteurin im Verlag managerSeminare, Bonn.
18.06.2021
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