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Mit der Intelligenz des Herzens Stressfaktoren überwinden

Umfragen bestätigen: Viele Menschen fühlen sich regelmäßig gestresst. Auf diese Tendenz reagieren mehr und mehr Berater mit neuen, mitunter außergewöhnlichen Konzepten zur Stressreduktion, die sie in Seminaren und Büchern vermitteln. Eine repräsentative Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse im August 2006 hat ergeben: Jeder zweite Berufstätige fühlt sich regelmäßig gestresst. Jeder vierte gibt an, dass der Stress von Jahr zu Jahr zunimmt. Mit verheerenden Folgen: Neben Depressionen und Burnout verantworten Kopfschmerzen, Muskel-Skelett-Verschleiß und Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Folge von Stress steigende Fehlzeiten, erhöhte Krankheitskosten und eine verminderte Lebensqualität

Coaches entwickeln spezielle Methoden zum Stressabbau

Als Reaktion auf diese Entwicklung konzipieren mehr und mehr Berater, Coaches und Trainer spezielle, bisweilen unorthodoxe Methoden zum Stressabbau. Einer von ihnen ist Thomas Weil aus Kassel, der zusammen mit seiner Frau Martina Erfurt-Weil die Methode ROMPC® entwickelt hat. ROMPC® steht für Relationship-orienten Meridian-based Psychotherapy, Counselling and Coaching. Dreh- und Angelpunkt des Ansatzes ist eine wertschätzende Beziehungserfahrung, die das Beraterpaar ihren Klienten vermitteln möchte. Denn oftmals liegen die Ursachen für Stress in gestörten oder vernachlässigten Beziehungsbedürfnissen, so Thomas Weil. Etwa wenn das Bedürfnis nach Sicherheit nicht gewährleistet ist oder wenn das Bedürfnis, einmalig zu sein, zu kurz kommt. 'Das gilt auch für das berufliche Umfeld, in dem es scheinbar nur um die Sache geht', meint Weil.

Ein menschliches Klima im Unternehmen entstresst die Mitarbeiter

In Unternehmen, in denen diese Bedürfnisse gestillt werden, fühlen sich die Menschen angenommen. Folglich leiden die Mitarbeiter weniger unter inneren Stressoren wie etwa dem Glauben, stets perfekt sein zu müssen, oder der Absicht, es immer allen recht machen zu wollen, so Weil. Zudem fällt es Mitarbeitern leichter, mit äußeren Stressoren wie Termindruck und erhöhter Arbeitsbelastung umzugehen, wenn ein Klima herrscht, in dem zwischenmenschliche Bedürfnisse berücksichtigt werden. Das lässt sich sogar neurobiologisch nachweisen: In erfüllten Beziehungen verfügen Menschen über ein ausreichendes Maß an Oxytocin, das als hormoneller Gegenspieler zum Adrenalin den Organismus entstresst, erläutert Weil.

Um bereits festsitzende Stress-Blockaden zu lösen, nutzt das Ehepaar so genannte Entkoppelungstechniken. Eine Technik ist beispielsweise das Klopfen auf bestimmte Akupunkturpunkte. Wer beispielsweise befürchtet, einer Aufgabe nicht gerecht zu werden, oder wer gegenüber einer lästigen Pflicht Widerwillen empfindet, sollte den Magenmeridian unterhalb der Augen mit rhytmischem Klopfen aktivieren. Denn der physiologische Reiz sorgt dafür, dass die Blockade in unserem Energiesystem erst stimuliert und dann aufgehoben wird. Diesen Vorgang können laut Weil auch positive Affirmationen unterstützen. 'Sätze, mit denen wir uns Mut und Zuversicht zusprechen, fördern den Heilungsprozess.' Der Berater vergleicht die Wirkung von Affirmationen mit derjenigen, die eintritt, wenn man Mantras rezitiert oder Rosenkränze betet. Mehr Informationen unter www.ttta.de.

Ebenfalls jenseits konventioneller Maßnahmen zur Stressreduzierung wie Prioritäten setzen und Aufgaben delegieren arbeiten Doc Childre und Deborah Rozman vom Institute of HeartMath im kalifornischen Boulder Creek. Im Zentrum ihrer Methode zur Stressreduktion steht das menschliche Herz.

Ein kohärenter Herzrhythmus sorgt für Wohlbefinden

Ausgangsthese für ihr Konzept Herzintelligenz® bildete eine Untersuchung zur Herzfrequenz, also zur Anzahl der Herzschläge pro Minute. Die Berater fanden heraus, dass positive emotionale Zustände ein harmonisches Muster im Herzrhythmus erzeugen, den so genannten kohärenten Herzrhythmus. Umgekehrt sorgen negative Emotionen wie Ärger, Frust, Sorge und Angst für ein unharmonisches Muster, das den Aufzeichnungen von Erdbeben ähnelt. Daraus folgerten sie: Wer in der Lage ist, seinen Herzrhythmus kohärent zu halten, kann Stress vermeiden. Also entwickelten sie Übungen, mit denen die Kohärenz der Herzfrequenz aufrechterhalten wird. Eine Technik, mit der sich Stressoren wie Ärger und Angst entkräften lassen, ist z.B. das Heart Lock-In®. Ziel der Technik ist es, in sich selbst positive Emotionen wie Wertschätzung, Mitgefühl, Liebe und Fürsorge zu entwickeln, weil diese Empfindungen eine harmonische Herzfreuenz bewirken - und dem Stress damit kein Aktionsfeld bieten. Positive Gefühle mit der Heart Lock-In Methode soll man entwickeln, indem man seine Aufmerksamkeit auf die eigene Herzregion richtet. Eine bewusste Ein- und Ausatmung im Brustbereich soll diesen Fokus unterstützen. Anschließend soll man Emotionen wie Wertschätzung oder Fürsorge wachrufen. Wer Schwierigkeiten hat, diese Empfindungen entstehen zu lassen, kann jemanden oder etwas visualisieren, der oder das ihm teuer ist, empfiehlt Childre. Ist das Gefühl wachgerüttelt, soll es auf die eigene Person sowie auf andere gelenkt und dort verankert werden. Ist dieser Zustand von Kohärenz erreicht, finden sich laut Childre und Rozman intuitive, also aus dem Herzen kommende, Antworten auf Fragen, Entscheidungen oder Vorwürfe, die - weil ungeklärt - für Stress sorgten. Denn für die beiden Berater sind die Antworten aus dem Herzen die eigentlich intelligenten Antworten. Mehr Infos im Internet.
Autor(en): (ahe)
Quelle: Training aktuell 11/06, November 2006
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