Management

Konflikte bewältigen I

Wenn zwei (und mehr) sich streiten ...

'Bei uns im Unternehmen gibt es keinen Streit, wir haben ein durch und durch harmonisches Betriebsklima' - mit anderen Worten: Es herrscht Friedhofsruhe, die weder von engagierten Mitarbeitern noch von Innovationskraft zeugt. Man lästert im Stillen über die Kollegen und streitet nicht mehr um die Sache. Dieses destruktive Miteinander kostet Energien, die im konstruktiven Ringen um den besten Weg des Unternehmens weitaus besser aufgehoben wären. Menschen sind zu verschieden, als das sich eine harmonische Zusammenarbeit als selbstverständlich voraussetzen ließe. Es gilt, Meinungsverschiedenheiten gewinnbringend und leistungsfördernd auszutragen.
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'Streitigkeiten kommen nie vor. Und wenn wir einmal Meinungsverschiedenheiten haben - sachlicher Art natürlich -, dann kommen wir zusammen und diskutieren solange, bis wir eine Lösung gefunden haben. Einen Wermutstropfen haben wir allerdings: Viele, vor allem die guten Mitarbeiter haben uns trotzdem verlassen. Wir wissen eigentlich gar nicht, warum.'

Dieser Ausspruch könnte von vielen Verantwortlichen zitiert sein. Ich kenne einige Unternehmen, in denen immer wieder über Motivation gesprochen wurde, wo aber jede Delegation vermieden und die meiste konstruktive Diskussion unterbunden wurde.

Es gibt einfachere und schwieriger erkennbare Konfliktformen. Manche sind vorhersehbar und können konstruktiv bewältigt werden. In dem oben zitierten Vorgesetzten sind eine Menge unterschwellige Konflikte abgelaufen, die er gar nicht als solche erkannt hat. Er geht einfach davon aus, alles, was ich mache, ist richtig. Jeder Mensch muß aber in seinem täglichen Leben sein Tun ständig überprüfen. Er muß lernwillig sein. Natürlich falle ich oft auf Gedanken, Spitzfindigkeiten, Emotionen herein; aber bei der Reflexion meines Tuns wird klar, wo Schwachpunkte bei mir selber und beim anderen zu suchen sind.

Ein Personalchef stellte einmal fest, daß er mit einer ganzen Reihe von effizient arbeitenden Mitarbeitern ständig Probleme hatte. Bei den anderen entstand zunehmend Widerstand, mit ihm zusammenzuarbeiten. Woran lag das nun? Waren die anderen alles Nörgler? Wollten sie sich vielleicht langsam zur Ruhe setzen und suchten nur einen Sündenbock, auf den sie alles abschieben konnten? Oder hatten sie vielleicht etwas falsch gemacht und wollten den Fehler nun überdecken…?
Autor(en): Bernd Neuefeind
Quelle: managerSeminare 12, Juli 1993, Seite 56-61
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