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Das Blog


22. Mai 2020 | Von Nicole Bußmann

Arbeitswelt postcorona: Wie weit geht der Wandel?

Zukunftsszenarien haben aktuell Hochkonjunktur. Allerorten finden sich Artikel und Aussagen nach dem Muster: So wird nach der Krise gelebt, geliebt, gekauft, gearbeitet … Doch so attraktiv solche Zukunftsaussagen auf den ersten Blick auch sein mögen – besonders beliebt und viel zitiert wurden die von Trendforscher Matthias Horx und Populärphilosoph Richard David Precht –, so sehr sind sie mit Vorsicht zu genießen. Zukunft kommt nicht einfach, Zukunft wird gemacht. Von daher sprechen aus allen Zukunftsbildern die Wunschvorstellungen derer, die sie zeichnen.

Das ist bei den für diese Ausgabe befragten Arbeitsweltexperten freilich nicht anders. Auch aus ihren Aussagen spricht ihr Welt- und Menschenbild, ihre Sozialisation, ihr Hintergrund. Aus diesem Grund präsentieren wir mit dieser Ausgabe von managerSeminare nicht die eine Zukunft, sondern die Überlegungen und Gedanken mehrerer Expertinnen und Experten, die der Redaktion in der Vergangenheit als differenzierte und differenzierende Denker der Arbeitswelt aufgefallen sind. Sie schildern, wie sie die Corona-Zeit erleben, welche Veränderungen sie ausmachen, welche Fragen sie dadurch aufgeworfen sehen und welche möglichen Entwicklungen diese nach sich ziehen könnten. Gedacht sind diese Gedankengänge nicht als Vorhersagen, sondern als Angebote von Perspektiven, denen man zustimmen, denen man aber auch widersprechen kann (vgl. Beitrag). Denn fest steht über die Post-Corona-Arbeitswelt nur eines: Sie wird so, wie wir sie gestalten.

Dass wir aus der Pandemie lernen – für eine bessere Arbeitswelt, für eine nachhaltigere Wirtschaft – ist eine weit verbreitete Hoffnung. Dass dafür Weichen gestellt sein müssen, geht im Hoffnungsnebel oft unter. Unternehmen bräuchten organisationale Resilienz, ist Friederike Müller-Friemauth überzeugt. Die ökonomische Zukunftsforscherin, wie sie sich selbst nennt, ist Autorin eines weiteren Beitrags der aktuellen Ausgabe von managerSeminare. Ihre These: Organisationen können Krise, aber nur, wenn sie in aller Härte menschlich geführt werden. Denn Resilienz ist eine menschliche Fähigkeit, nicht per se eine organisationale.

Und in eigener Sache noch ein paar Worte: Diese Ausgabe bietet gleich mehrere Beiträge mit Bezug zum Themenkomplex Corona, Krise und dem Umgang damit. In der Tat werden wir mit Artikelangeboten zur „C-Zeit“ geradezu überhäuft. Unser Anliegen ist jedoch, substanziell auszuwählen, was über das – tatsächlich aufregende – Momentum hinausgeht und Gedanken liefert, die auch „postcorona“ noch Anregungen für die von uns zu gestaltende Arbeitswelt liefern könnten. In diesem Sinne: Viel Erkenntnisgewinn! Und bleiben Sie – körperlich wie mental – gesund.


Kommentare (0) | Kategorie: Management & Führung

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