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Studien zur Erfolgsquote von Veränderungsprojekten erschienen

Die Empiriker haben inzwischen das Thema 'lernende Organisation' und 'Change Management' für ihre Forschungen entdeckt. Gleich zwei aktuelle Studien beschäftigen sich mit Veränderungen in Unternehmen.
Eine emprische Untersuchung des Internationalen Instituts für Lernende Organisation und Innovation (ILOI) in Zusammenarbeit mit der Hochschule St. Gallen untersuchte die Erfolgsquote bei Veränderungsprojekten. Das Ergebnis: Unternehmen erreichen angestrebte Ziele wie kürzere Durchlaufzeiten, effizientere Geschäftsprozesse, Kostensenkungen, Qualitätsverbesserungen oder mehr Markt- und Kundennähe oft nur unzureichend. Vier von zehn befragten Unternehmen haben nicht einmal 60 % ihrer Ziele umsetzen können.
Befragt wurden von ILOI insgesamt 111 Unternehmen - mit größtenteils mehr als 500 Mitarbeitern - aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Den Befragungsergebnissen zufolge sind weniger betriebswirtschaftliche, technische oder organisatorische Gründe Schuld an dem geringen Umsetzungserfolg, sondern vielmehr unternehmenskulturelle Probleme und mangelnde bzw. gänzlich fehlende Zielvereinbarungen.
Befragt nach den Gründen für die Durchführung von Veränderungen nannten 67 % der Unternehmen zu hohe Prozeßkosten, 53 % zu hohe Durchlaufzeiten und 49 % eine zu geringe Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. 45 % gaben sogar zu hohe Fehlzeiten und Krankenstände als Auslöser an. Während einerseits diese unternehmenskulturellen Probleme wie mangelnde Identifikation Veränderungsprojekte auslösen, sind sie gleichzeitig gemäß der Studie auch für das Scheitern von Projekten verantwortlich.
ILOI-Institutsleiter Anton A. Grässle: 'Den sogenannten mental-kulturellen Faktoren kommt daher eine besondere Bedeutung im Veränderungsmanagement zu.' So zeigen sich Unterschiede zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Veränderungsprojekten vor allem bei der Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter, dem Grad an Eigenverantwortung sowie der vorherrschenden Vertrauens- und Konfliktkultur.
Zu zum Teil gänzlich anderen Ergebnissen kommt eine europaweite Untersuchung unter 600 Managern der Top- und mittleren Führungsebene, die vom Management Centre Europe (MCE) in Brüssel veröffentlicht wurde. 85 % der Befragten aus dem europäischen Handel nannten als Hauptgrund für die Durchführung größerer Veränderungen Kundenwünsche, 82 % den Kostendruck und 77 % den Wettbewerbsdruck. Mitarbeiterwünsche wurden mit 27 % als vergleichweise wenig bedeutungsvoll für Veränderungen in der Geschäftsabwicklung eingestuft.
Als Hauptgrund für das Scheitern von Veränderungsprojekten hat MCE den Leistungsdruck, kurzfristige Ergebnisse erzielen zu müssen, ausgemacht. 59 % der befragten Manager nannten dies als größte Hürde bei der Umsetzung von Veränderungsplänen. Weitere Hindernisse sahen 51 % der Befragten in Widerständen des mittleren Managertums und 48 % im Zeitmangel.
Positiv beurteilten die Befragten den Einsatz von Management-Beratern: 74 % gaben an, daß der Einsatz von Beratern die Erfolgschancen von Veränderungsprojekten erhöhten.
Beide Studien sind ab sofort erhältlich. Die MCE-Studie ist als Zusammenfassung kostenlos zu beziehen, als Komplettversion unter dem Titel 'Managing - Veränderungen in Leitung und Kultur unserer Organisationen' für 12.000 belgische Francs (circa 590 Mark). Die Studie von ILOI ist erschienen unter dem Titel 'Management of Change. Erfolgsfaktoren und Barrieren organisatorischer Veränderungsprozesse' und enthält neben den Ergebnissen der Studie Gestaltungsempfehlungen, die anhand eines Fallbeispiels erläutert werden. Kostenpunkt: 180 Mark.
Autor(en): (nbu)
Quelle: Training aktuell 05/97, Mai 1997
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