Management

e-Learning

Schwere Soft-Skills

Während in den Anfängen von e-Learning vorwiegend über technischen Formen diskutiert wurde, rückt inzwischen die Frage nach den zu vermittelnden Inhalten in den Mittelpunkt. Fest steht: Bei Verhaltenstrainings zeigt der Computer seine Grenzen. Worin sich Soft Skill-Schulungen von Hard Fact-Trainings unterscheiden und welche Faktoren den Erfolg einer e-Learning-Maßnahme im Verhaltensbereich beeinflussen, erläutert Prof. Dr. Ullrich Dittler.
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Angesichts steigender Kosten für die betriebliche Weiterbildung, gehen immer mehr Unternehmen dazu über, ihre Mitarbeiter auch mittels multimedialer Lernprogramme oder computergestützter Lernumgebungen zu schulen.

Das Spektrum der technischen Möglichkeiten ist groß: Klassische multimediale Lernprogramme auf CD-ROM ermöglichen ein selbstständiges Lernen des Mitarbeiters mit dem Computer. Web-Based-Trainings (WBT) lassen zu, dass zwei oder mehr Teilnehmer gleichzeitig kooperativ lernen. Lernportale stellen dem Lernenden mit Coaching-Funktionen per Chat oder Mail ein sehr umfassendes Lernangebot zur Verfügung. Virtuelle Seminare erlauben via WebCam und Internet bzw. Intranet eine synchrone, aber ortunabhängige Schulung mehrerer Teilnehmer.

E-Learning-Module werden v.a. zur Vermittlung von Hard-Facts, etwa EDV-Kenntnissen, eingesetzt. Soft Skills dagegen, d.h. das Wissen um den Umgang mit Menschen und Entscheidungen, werden sehr viel seltener auf diese Weise vermittelt. Dem könnte die Erkenntnis zu Grunde liegen, dass multimediale Lernumgebungen gerade im Bereich der Soft Skill-Schulung als Lehr- und Lern-Medium in ein komplettes Lernarrangement eingebettet sein müssen. Und dieses sollte von einem Coach, Trainer oder Lernbegleiter geleitet werden.

Die Kosten für Präsenz- und Trainingsphasen von Soft Skill-Schulungen lassen sich daher durch CBTs zwar reduzieren, nicht aber ersetzen. Der Lernprozess ist komplexer und meist zeitintensiver als die reine Vermittlung von Faktenwissen, da weitreichende Verhaltensänderungen nicht nur kognitiv vermittelt, sondern kooperativ eingeübt werden müssen.

Geht es um die Konzeption eines e-Learning-Moduls, so sollte stets die Frage nach der didaktisch sinnvollen Vermittlung der Inhalte im Vordergrund stehen – welche Aspekte des Lernens und der Wissensvermittlung überhaupt in einem e-Learning-Modul abgedeckt werden können und sollen. Über den Erfolg einer e-Learning-Maßnahme entscheidet neben der didaktischen und technischen Qualität des Mediums selbst vor allem die Qualität und die Form aller begleitenden Maßnahmen: Eine sinnvolle und zielgerichtete Mitarbeiterqualifizierung erfordert weit mehr als nur den Versand einer CD-ROM an die Mitarbeiter.

Extras:
  • Info-Kasten: Was Sie im Vorfeld zur Gestaltung eines e-Learning-Moduls wissen sollten.
  • Info-Kasten: Die vier Formen des e-Learning.
  • Buchtipps: Rezensionen von drei einschlägigen Büchern zum Thema e-Learning.
Autor(en): Ulrich Dittler, Nicole Bußmann
Quelle: managerSeminare 49, Juli 2001, Seite 100-107
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