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Zukunftsfähigkeit der Unternehmen

HR muss Verantwortungsbereich ausweiten

Das Mitarbeiterwohl und das Zugehörigkeitsgefühl der Mitarbeitenden sind die wichtigsten Trends für Unternehmen mit Blick auf den Unternehmenserfolg in den nächsten zwölf bis 18 Monaten. Das ist eines der Ergebnisse der „Global Human Capital Trends“-Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte, für die rund 9.000 Führungskräfte aus 119 Ländern befragt wurden. Den Befragten scheint bewusst zu sein, dass gerade in Zeiten von großer Unsicherheit und Fachkräftemangel die Mitarbeitenden ihr wichtigstes Kapital sind. Aber: 53 Prozent der Befragten zeigen sich überzeugt, dass mehr als die Hälfte aller Mitarbeitenden innerhalb der nächsten drei Jahre neue Fertigkeiten erlernen müssen, um ihrem Aufgabengebiet weiterhin gewachsen zu sein – und sich so gebraucht und wohlfühlen zu können an ihrem Arbeitsplatz. Gleichzeitig sind sich die Befragten jedoch nicht sicher, ob ihr Unternehmen dieser Herausforderung gewachsen ist.

Hier sehen die Führungskräfte vor allem die HR-Abteilungen in der Pflicht: 75 Prozent sind der Meinung, dass die Weiterentwicklung des Aufgabenbereiches der HR-Abteilung für den zukünftigen Unternehmenserfolg notwendig ist. Allerdings glauben nur elf Prozent der Führungskräfte, dass HR dieser Aufgabe gewachsen ist. Stattdessen ist mehr als jeder Zweite sicher: Die Personalentwicklung muss sich in den nächsten ein bis zwei Jahren radikal verändern, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Dafür sollte der HR-Bereich seine Verantwortung deutlich ausweiten und nicht nur die einzelnen Mitarbeitenden, sondern die Weiterentwicklung der gesamten Organisation in den Blick nehmen. Drei Aufgabenfelder sind dazu in den Augen der Befragten essenziell:

Neue Fähigkeiten stärken: 47 Prozent der Führungskräfte sind der Meinung, dass die HR-Bereiche die Kompetenzen der gesamten Belegschaft kontinuierlich fördern und weiterentwickeln sollten. Die Studienautoren empfehlen hier ein neues Selbstverständnis, bei dem die beständige Neu-Qualifikation aller Mitarbeitenden als Beitrag für die organisationale Resilienz verstanden wird. Die Fähigkeiten und Qualifikationen werden immer wieder neu den aufkommenden Herausforderungen angepasst, sodass die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichergestellt wird.

HR-Abteilungen neu organisieren und agil sowie teambasiert aufstellen: 45 Prozent der Befragten zeigen sich überzeugt, dass sich die HR-Abteilungen ihres Unternehmens selbst neu erfinden und aufstellen müssen, um für die zukünftigen Herausforderungen gewappnet zu sein. Nur so können sie flexibel auf die dynamischen Anforderungen ihres Unternehmens reagieren.

HR-Tätigkeiten automatisieren, um Effizienz zu steigern: 38 Prozent der befragten Führungskräfte sehen es als notwendig an, dass die Personalentwicklung Teile ihrer Arbeit automatisiert, um so ihre Produktivität zu steigern und mehr Kapazitäten für die wirklich drängenden Aufgaben zu haben.

Welche Themen in Zukunft für Unternehmen wichtig werden
Anteil der Befragten, die diesen Trend als wichtig oder sehr wichtig betrachten:
Mitarbeiterwohl: 80%
Wissensmanagement: 79%
Ethik und die Zukunft der Arbeit: 75%
Weiterentwicklung der HR-Funktion: 75%
Neue Vergütungsmodelle finden: 69%
Künstliche Intelligenz in Teams integrieren: 59%

Anteil der Befragten, die ihr Unternehmen für diesen Trend gewappnet sehen:
Mitarbeiterwohl: 50%
Wissensmanagement: 49%
Ethik und die Zukunft der Arbeit: 51%
Weiterentwicklung der HR-Funktion: 45%
Neue Vergütungsmodelle finden: 40%
Künstliche Intelligenz in Teams integrieren: 31%

Quelle: www.managerseminare.de; Studie „Global Human Capital Trends“ des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte, n= 9.000 Führungskräfte aus 119 Ländern, 2020.
Autor(en): Marie Pein
Quelle: managerSeminare 272, November 2020
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