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Ernsthaft spielen

Weiterbildung per Game Based Learning

Computerspiele liegen im Trend. Eine Sonderform sind Lernspiele. Von der Attraktion, die von ihnen ausgeht, können auch Unternehmen profitieren. Bislang allerdings begegnen viele Firmen dem Ansatz Game Based Learning noch mit Vorbehalten. Teilweise nicht ganz zu Unrecht. Denn, so viel die Technik leisten kann: Man muss auch ihre Grenzen kennen.

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Die Aufgabe ist nicht ohne: SmartPort will Asien erobern. Das dänische Unternehmen stellt Elektronik für Flughäfen her, und wo sonst könnte sie gefragter sein als in China? Schließlich wird dort alle zwei Wochen ein neuer Flughafen eröffnet. Hektische Zeiten also für den Chef von SmartPort. Er muss darauf reagieren, dass ein Kunde plötzlich 5.000 Geräte zusätzlich bestellt. Produktionspläne werden kurzfristig gekippt – und dann fällt im Büro auch noch die Klimaanlage aus.

Das Gute an diesen Problemen: Sie sind nicht real. Die Elektronikfirma existiert nur in einer Simulation, mit der Bosch 20.000 Führungskräfte weltweit schult. Dadurch, dass sie in die Rolle des SmartPort-Managers schlüpfen, sollen sie auf unterhaltsame Weise lernen, welche Auswirkungen unternehmerische Entscheidungen auf Finanzkennzahlen haben. „Wir wollten einerseits das E-Learning-Spektrum erweitern und andererseits ein wichtiges Thema möglichst motivierend vermitteln“, erklärt Bettina Kötteritz, Fachreferentin E-Learning bei Bosch in Stuttgart. Im Juni 2013 ging das Spiel – nach rund einem Jahr Entwicklungszeit – ans Netz. 'Das Echo war durch die Bank positiv', freut sich Kötteritz.

Spielend gelernt – nach diesem Motto gehen immer mehr Firmen vor. Game Based Learning, also der Einsatz von Computerspielen in der Weiterbildung, liegt im Trend. 'Das Thema ist jetzt außerhalb der Gamesbranche angekommen', bestätigt Linda Breitlauch von der Games Academy, kurz: GA, Hochschule der digitalen Gesellschaft, Berlin. Die Professorin gilt als führende deutsche Expertin für sogenannte Serious Games, also für Spiele, die nicht nur Spaß, sondern auch einen Lernerfolg versprechen. Der Zulauf von Fachkonferenzen wie zuletzt auf der CeBIT zeige, dass das Interesse am Thema zunimmt.

Extras:

  • 'Der Transfer vom Virtuellen in die Realität passiert nicht automatisch': Interview mit Michael Wagner, Professor für digitale Medien
  • Gamification versus Game Based Learning: Die große Verwirrung – eine Begriffsklärung
  • Literaturtipps: Hinweis auf zwei Fachartikel über Gamification

Autor(en): Constantin Gillies
Quelle: managerSeminare 195, Juni 2014, Seite 70 - 75 , 21929 Zeichen

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