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Studie über Wertschätzungspräferenzen

Jeder will für etwas anderes Anerkennung

Mitarbeiter wünschen sich Wertschätzung – und sind sich überwiegend einig darin, wie sich diese Wertschätzung ausdrücken sollte, etwa in Lob, Feedback, Unterstützung und einem positiven sozialen Miteinander. Unterschiedlich sind aber die Auffassungen darüber, wo­­für der Einzelne wertgeschätzt werden will. Darauf verweisen Psychologen der Universität Bamberg. Das Team um Professor Dr. Astrid Schütz ist im Zuge eines Verbundprojekts von Forschungsinstituten und Unternehmen der Frage nachgegangen, ob Mitarbeiter in Sachen Wertschätzung je nach Alter oder Lebenssituation unterschiedliche Erwartungen haben. Die Wissenschaftler befragten in halb standardisierten Interviews 29 Mitarbeiter aus verschiedenen Unternehmen, die sich regelmäßig in Innovations-Workshops treffen, um an relevanten Fragestellungen ihrer Organisation zu arbeiten. Alle Mitarbeiter sind sogenannte Grenzinnovatoren, die aufgrund ihrer speziellen Situation temporär oder dauerhaft die Grenze ihres Unternehmens überschreiten und denen einiges an (bisher ungenutztem) Innovationspotenzial zugetraut wird: Auszubildende, Trainees, junge Eltern und Beschäftigte, die in Kürze in den Ruhestand gehen.

Das Ergebnis: Unternehmen sollten Wertschätzung nicht nach dem Gießkannen-Prinzip zum Ausdruck bringen. 'Unsere Interviews haben gezeigt, dass Mitarbeiter für unterschiedliche Verhaltensweisen, Ergebnisse und Eigenschaften wertgeschätzt werden wollen', so Studienautorin Christina Dornaus. Azubis und jungen Eltern kommt es beispielsweise vor allem auf Anerkennung für ihr Engagement und ihre Soft Skills an. Älteren ist es dagegen wichtiger, für ihr Expertenwissen wertgeschätzt zu werden. Solche gruppenspezifischen Tendenzen können Führungskräften als Anhaltspunkte dienen, sollten jedoch nicht überbewertet werden. Dornaus: 'Es kann starke individuelle Unterschiede geben.' Die wichtigste Lehre lautet daher: Es ist wichtig, sich die Zeit zu nehmen, Mitarbeiter gut kennenzulernen, um ihnen die Wertschätzung entgegenbringen zu können, die sie sich wünschen.
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 196, Juli 2014
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