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Stressoren im Führungsalltag

Zwischenmenschliches belastet besonders

Was belastet Führungskräfte und welche dieser Faktoren würden sie gern verändern? Diese Frage stellte das Hernstein Institut 1.500 Führungskräften für seinen Management Report. Die Antworten der Manager überraschen.

Knapp die Hälfte gab an, ihre Arbeitsmenge nicht oder nur teilweise planen und abschätzen zu können. Darunter leiden eigene Aufgaben: Knapp 40 Prozent der befragten Führungskräfte sind der Meinung, keine oder nur teilweise ausreichend Zeit für ihre Aufgaben zu haben, 44 Prozente verzichten gar ganz oder teilweise auf Pausen. Das wiederum hat negative Folgen für die Work-Life-Balance: 42 Prozent klagen über mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
 
Doch angesichts dieser Zahlen überrascht, was Führungskräfte an ihrer Rolle am liebsten ändern würden. Auf Platz 1 der häufigsten Antworten steht nicht etwa die Reduzierung der Arbeitsmenge oder der Wunsch nach mehr Unterstützung, sondern Punkte aus dem Bereich 'Zwischenmenschliches'. Fast jede siebte Führungskraft fühlt sich davon belastet. Die selbst verfassten Antworten der Manager beziehen sich dabei auf die Zusammenarbeit im Team, auf Konflikte am Arbeitsplatz, auf die Kommunikation mit Kollegen oder Chefs sowie auf das Arbeitsklima.

'Das hatten wir nicht erwartet, denn Führen ist ja zutiefst zwischenmenschlich', sagt Eva-Maria Ayberk, Leiterin des Hernstein Instituts. Ihrer Meinung nach können mehrere Gründe eine Rolle spielen, warum sich Führungskräfte davon belastet fühlen. 'Eine Hypothese: Die Befragten sehen Führung immer noch als mechanistisches Managen. Oder sie haben durch den immer höheren Ergebnisdruck weniger Ressourcen für Zwischenmenschliches.' Weitere mögliche Ursachen laut Ayberk: Viele Führungskräfte aus der unteren und mittleren Ebene arbeiten oft stark operativ, sind gleichsam Führungskraft wie Mitarbeiter. Das binde Zeit und Energie, die an anderen Stellen – etwa bei der Klärung von Konflikten im Team – fehle. Zudem stellen Mitarbeiter mittlerweile höhere Ansprüche an ihre Führungskräfte, weiß Ayberk: 'Sie wollen mitgestalten und stärker einbezogen werden, hinterfragen auch mehr. Das erleben Führungskräfte häufig als Widerstand.' Denn neben Zeit- und Ressourcenknappheit haben nach wie vor tayloristische Ansätze Einfluss auf die Vorstellung von Führung. Doch Mitarbeiter lediglich anzuweisen, reicht häufig nicht mehr aus.


Weitere Infos unter www.hernstein.at/Wissenswert/Hernstein-Management-Report
Autor(en): Ina Oberhoff
Quelle: managerSeminare 215, Februar 2016
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