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Stereotypen-Forschung

Auch positive Vorurteile wirken negativ

'Toll, dass wir Sie jetzt im Führungskreis haben. Sie als Frau bringen bestimmt ein gutes Stück Empathie in unser Männerteam ein.' Vorurteilsvolle Äußerungen wie diese klingen erst mal nett, ganz anders als negative Vorurteile vom Schlag 'Frauen sind zu emotional'. Doch wie eine Studie der Psychologen John Oliver Siy und Sapna Cheryan von der University of Washington zeigt, ist auch stereotypes Süßholz alles andere als harmlos. Die Forscher legten in einem ihrer Experimente weiblichen Probanden einen Text über eine Frau vor. Eine Gruppe bekam den Artikel in einer Variante, in die das Vorurteil, dass Frauen warmherzig seien, eingearbeitet war. Eine zweite Gruppe erhielt den Text ohne stereotype Einlassung. Eine dritte las ihn in einer Variante, in der die Frau zwar auch als warmherzig beurteilt wurde, jedoch auf einer individuellen, nicht pauschalisierenden Ebene. Ergebnis: Diejenigen, die den positiv vorurteilsvollen Text gelesen hatten, empfanden den Autor als voreingenommen, fühlten sich durch ihn auf ihr Geschlecht reduziert und argwöhnten, dass er auch negative Vorurteile gegenüber Frauen hegt. Weitere Experimente kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Das heißt: Auch freundliche Komplimente können, wenn sie stereotyp daherkommen, zu negativen Gefühlen führen. Führungskräfte sind demnach gut beraten, sich genau zu überlegen, was sie sagen.

Mehr über Stereotype und deren subtile Folgen im Führungskontext lesen Sie in unserem Artikel ab Seite 50 in dieser Ausgabe.
Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 225, Dezember 2016
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