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Organisation der Arbeitswelt post Corona

Virtuelle Zusammenarbeit ist keine Innovationsbremse

Mit Voranschreiten der Impfkampagne stellt sich in vielen Unternehmen die Frage, wie – nach Monaten im Homeoffice – die Zusammenarbeit in Zukunft organisiert werden soll. Viele befürchten, die Innovationskraft könnte sinken, wenn die Mitarbeitenden auch in Zukunft vermehrt virtuell zusammenarbeiten. Doch sind diese Befürchtungen berechtigt? Dieser Frage ist das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO nachgegangen und hat dazu 328 mittelständische und Großunternehmen in Deutschland befragt. Zentrale Erkenntnis: Das Innovationsklima und auch die Innovationsleistungen der befragten Unternehmen haben sich 2020 im Vergleich zum Vorjahr sogar verbessert – obwohl bei 90 Prozent von ihnen die virtuelle Zusammenarbeit zugenommen hat. So gibt zum Beispiel jedes dritte Unternehmen an, bei der Einführung neuer bzw. verbesserter Produkte und Dienstleistungen mehr als im Vorjahr (und damit Vor-Corona-Jahr) erreicht zu haben. Besonders ausgeprägt ist die höhere Innovationsleistung zudem in den Bereichen interne Zusammenarbeit, Organisationsprozesse und Entscheidungsfindung. Hierbei sieht etwa jedes zweite Unternehmen eine Leistungssteigerung gegenüber 2019. Lediglich bei der Anmeldung von Patenten hat die Innovationsleistung etwas abgenommen, 13 Prozent sehen hier eine Verschlechterung, 84 Prozent eine Stagnation.

In puncto Innovationsprozesse bescheinigen sich die meisten Unternehmen ebenfalls entweder stagnierende Leistungen oder eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Beispielsweise geben 35 Prozent von ihnen an, dass sie effizienter geworden sind bei der Verwirklichung neuer Ideen – und auch insgesamt mehr Ideen erarbeiten konnten. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich insbesondere das Innovationsklima sehr positiv entwickelt hat – Corona zum Trotz. Knapp 60 Prozent der Befragten geben beispielsweise an, dass ihre Teams Veränderungen aufgeschlossener und offener gegenüberstehen. 48 Prozent bescheinigen ihren Mitarbeitenden zudem verbesserte Problemlösekompetenzen, gut jedes dritte Unternehmen sieht auch Verbesserungen in puncto Zusammenarbeit und Hilfsbereitschaft untereinander.

Autor(en): Marie Pein
Quelle: managerSeminare 284, November 2021, Seite 12
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