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Die Jagd nach dem Maximum

Obsessive Optimierung

Fachkenntnisse, Soft Skills, Psyche: Der Zwang zur Selbstoptimierung erfasst immer weitere Bereiche – und wird damit zunehmend zur Be­las­tung. Um persönliche Entwicklung geht es bei dem Wettrüsten um Zeitgeistideale und Arbeitgebergunst kaum noch, was zählt, ist das Maximum. Doch nicht jede Verbesserung ist gut.


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'Fürchterlich', sagt Madeleine Leitner. Was die Karriereberaterin aus München den Kopf schütteln lässt, ist eine Entwicklung, die erst in den vergangenen Monaten begonnen hat: Immer häufiger kommen junge Leute zu ihr, die glauben, nicht gut genug zu sein, obwohl sie hervorragend ausgebildet sind und eigentlich beste Jobchancen haben müssten. Die sich extrem unter Druck setzen und die Hilfe der Expertin suchen, um Optimierungspotenziale auszuloten. Als 'Leistungsterror' beschreibt Leitner dieses Phänomen, das bereits Berufseinsteiger und sogar Studenten umtreibt. Bisher zählten zur Kundschaft der Karriereberaterin vor allem gestandene Profis, für die ein konkreter Anlass bestand, eine Führungsrolle vielleicht, der Schritt ins Ausland oder in eine neue Branche. Heute glauben sich schon die optimieren zu müssen, die noch nicht einmal richtig losgelegt haben.

Für diesen vorauseilenden Drang zur Selbstoptimierung gibt es Gründe, vordergründig vor allem die Angst vor der globalen Konkurrenz, vor Ersetzbarkeit und Arbeitslosigkeit. Subtiler wirkt sich die extreme Aufladung des Faktors Job aus, der nicht nur das Auskommen sichern, sondern auch Erfüllung bieten soll. Gerade die jüngeren Arbeitnehmergenerationen trennen kaum noch zwischen Beruf und Privatleben, umso höher sind die Ansprüche an die Passung. 'Viele haben ganz genaue Vorstellungen von ihrem Traumjob, ohne den ihr Leben nicht perfekt ist. Und sie glauben, dass sie perfekt sein müssen, um ihn zu bekommen', berichtet Leitner.

Hinzu kommt, dass es so etwas wie Ausbildungssicherheit nicht mehr gibt – ein Umstand, der vor allem der mit schnellem Wandel aufgewachsenen „Gen Y“ nur allzu bewusst ist. Die Halbwertzeit von Wissen schrumpft, welche Kompetenzen morgen benötigt werden, kann heute noch niemand sagen.

Extras:

  • Leitfaden zur Selbstoptimierung in sechs Schritten
  • Selbstkompetenz lernen anhand von drei Methoden, die dabei helfen, das Unbewusste aufzudecken
  • Literaturtipps: Kurzrezension eines Buchs über Bildung und Lernen sowie Hinweise auf zwei Fachartikel und eine Umfrage zum Weiterbildungsverhalten von Führungskräften

Autor(en): Sascha Reimann
Quelle: managerSeminare 193, April 2014, Seite 66 - 71 , 23404 Zeichen

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