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Neuer Ansatz gegen Mobbing

Beteiligung statt Schuldzu­weisungen und Sanktionen

Ein neuer Ansatz soll Führungskräften helfen, Mobbingprobleme in ihrem Team schnell und nachhaltig in den Griff zu bekommen. Entwickelt wurde der Shared Responsibility Approach von Heike Blum und Detlef Beck. Die beiden Weiterbildner, die in Köln das Trainings- und Beratungsinstitut fairaend leiten, vermitteln die Methodik in ein- oder zweitägigen offenen sowie firmeninternen Workshops. Hintergrund für den neuen Ansatz ist ihre Beobachtung, dass viele Führungskräfte am liebsten den Kopf in den Sand stecken, wenn ein Mitarbeiter gemobbt wird. Ein Grund: Die Chefs fürchten, erst recht das Klima zu vergiften, wenn sie Verdachtsmomente aussprechen, mutmaßliche Täter zurechtweisen und Sanktionen aussprechen. Der Shared Responsibility Ansatz soll es ihnen leichter machen, Mobbingprobleme anzugehen. 'Das Besondere an der Methodik ist, dass sie völlig ohne Schuldzuweisungen oder Sanktionen auskommt', erklärt Erfinder Beck. Stattdessen werden die Mobbingakteure selbst zu Verantwortlichen des Lösungsprozesses gemacht: Nach einem Erstgespräch mit dem gemobbten Mitarbeiter bildet die Führungskraft eine Unterstützergruppe. Diese besteht zur Hälfte aus Kollegen, die dem Betroffenen positiv oder neutral gegenüberstehen und zur anderen Hälfte aus Kollegen, die am Mobbing beteiligt sind. Die Führungskraft erklärt der Gruppe, dass sie wahrnimmt, dass etwas nicht zu stimmen scheint im Umgang mit Kollege XY und bittet um Lösungsvorschläge: Was kann getan werden, damit sich der Betreffende bei der Arbeit wieder wohler fühlt? Die Gruppenmitglieder werden schließlich mit dem Auftrag entlassen, die Vorschläge selbst in die Tat umzusetzen. Nach einer Zeitspanne von einer bis zwei Wochen spricht die Führungskraft erneut mit dem Mobbing-betroffenen und später mit allen Beteiligten.

'Wir verstehen den Ansatz nicht als Allheilmittel, sind aber überzeugt, dass er für Führungskräfte ein leicht zugängliches Instrument ist, das ihnen hilft, Probleme anzugehen, ohne Öl ins Feuer zu gießen', erklärt Beck. Unter Umständen könnten weitere Maßnahmen nötig sein. Etwa wenn dem Mobbing ein ungelöster Konflikt oder strukturelle Probleme zugrunde liegen. 'Durch den Shared Responsibility Ansatz erhält die Führungskraft aber auch in diesen Fällen wichtige Informationen, die ihr dabei helfen, das Problem zu lösen', betont der Konfliktexperte. Infos und Workshop-Termine unter: www.shared-responsibility-approach.de
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 207, Juni 2015
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