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Neue Arbeitsformen

Das Umfeld muss stimmen

Nur wenige Firmen wagen es bisher, auf neue Arbeitsformen zu setzen. Und die, die es tun, werden häufig enttäuscht. Ziemlich ernüchternd fällt aus, was die aktuelle Trendstudie der Initiative Topjob über New Work ans Licht gebracht hat.

Laut der Erhebung haben bislang lediglich 25 Prozent der Unternehmen neue Arbeitsformen eingeführt. Und nur bei sechs Prozent dieser Pioniere verlief die Umstellung erfolgreich. 19 Prozent brachten die neuen Arbeitsformen dagegen eher Probleme als Performance-Zuwächse ein. Für die Studie haben das Zentrum für Arbeitgeberattraktivität zeag aus Konstanz und die Universität St. Gallen Befragungsergebnisse von knapp 20.000 Führungskräften und Mitarbeitern aus 92 Unternehmen ausgewertet. Demnach bringt es Unternehmen im Prinzip großen Nutzen, auf neue Arbeitsformen zu setzen, wie die Beispiele der Unternehmen zeigen, bei denen die Umstellung gelungen ist (siehe Grafik). Vor allem die individualisierte Arbeit und die Arbeit in virtuellen Teams, aber auch flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und Desk Sharing wirken sich positiv sowohl auf die Unternehmensleistung als auch das Wachstum und den ROI aus. Dabei stehen die erfolgreichen Pioniere zwar (noch) nicht ganz so gut da wie die Vergleichsgruppe der besonders erfolgreichen traditionellen Unternehmen. Aber sie haben diesen in einem anderen Feld etwas voraus: Sie sind innovativer und für Mitarbeiter attraktiver; sie brillieren also in Bereichen, die in Zukunft immer wichtiger werden.
Allerdings zeigt die Studie auch, dass es einiger Voraussetzungen bedarf, damit neue Arbeitsformen den Erfolg von Firmen steigern. Wichtig sind demnach eine inspirierende und zielorientierte Führungskultur, eine klare Unternehmensvision, eine Vertrauenskultur im Unternehmen, positive Beziehungen, ein unterstützendes Klima, flexible Organisationsstrukturen, geringe Formalisierung, Dezentralisierung, ein positiver Umgang mit Stress, eine hohe Identifikation und soziale Fähigkeiten. Ohne diese Grundlagen reiben sich New-Work-Firmen an internen Machtkämpfen, Mikropolitik und Innovationsblockaden auf: Sie 'überhitzen', nennen die Autoren der Studie das. Ob die Einführung neuer Arbeitsformen ein Unternehmen erfolgreicher macht oder nicht, liegt auch am HR-Management. Während dieses sich in erfolgreichen Pionierfirmen darum kümmert, die Mitarbeiter in die Lage zu versetzen, den neuen Anforderungen gerecht zu werden, setzt es in erfolglosen Pionierfirmen noch allzu sehr ausschließlich auf Fachtrainings und technische Schulungen.

So wirkt sich die Einführung neuer Arbeitsformen auf die Unternehmensleistung aus:

Flexible Arbeitszeiten
  • 12 % (Unternehmensleitung)
  • 7 % (Unternehmenswachstum)
  • 5 % (ROI)

Homeoffice
  • 3 % (Unternehmensleitung)
  • 8 % (Unternehmenswachstum)
  • 1 % (ROI)

Desk Sharing
  • 5 % (Unternehmensleitung)
  • 5 % (Unternehmenswachstum)
  • –1 % (ROI)

Individualisierte Arbeit
  • 20 % (Unternehmensleitung)
  • 13 % (Unternehmenswachstum)
  • 0 % (ROI)

Virtuelle Teams
  • 14 % (Unternehmensleitung)
  • 17 % (Unternehmenswachstum)
  • 13 % (ROI)

Fluide Teams
  • –10 % (Unternehmensleitung)
  • 8 % (Unternehmenswachstum)
  • –5 % (ROI)

Quelle: Topjob-Trendstudie neue Arbeitswelt, n=19.884, Konstanz/St. Gallen 2016. © www.managerSeminare.de.
Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 221, August 2016
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