Führung

Musterbruch
Musterbruch

Mit Sicherheit ängstlich

Es besteht Einigkeit: Mitarbeiter sollen angstfrei arbeiten. Das ist ein hehres Ziel, aber auch eine Illusion, weil Angst zum Menschsein dazugehört und seltsamerweise vor allem dann auftaucht, wenn es besonders sicher zugeht. Wie es zu diesem Paradoxon kommt, erklären Stefan Kaduk und Dirk Osmetz. Ihre Empfehlung: sich den Ängsten in der Organisation stellen – anstatt sie beseitigen zu wollen.
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Inhalt:
  • Sicherheit und Autonomie: Das ewige Spannungsfeld
  • Paradox genug: Zu viel Sicherheit macht Angst
  • Angst light: Motor für das Funktionieren jeder Organisation
  • Hilflose Appelle: Die angstfreie Organisation als Illusion
  • Ambivalenztauglich: Im sicheren Rahmen in Ruhe gelassen werden

Zentrale Botschaft:
​​Die „angstfreie Organisation“ ist eine viel gehörte Anforderung an Unternehmen, ein sympathische dazu. Doch Appelle an Führungskräfte, angstfreie Räume zu schaffen, bewirken genauso wenig wie Versuche, Sicherheit durch Systeme zu schaffen. Letzteres führt sogar zum Gegenteil des Gewollten: Die Menschen in den Organisationen bekommen nicht weniger, sondern noch mehr Angst. Das liegt nicht zuletzt an einer Grundambivalenz, die menschliches Leben kennzeichnet: auf der einen Seite der Wunsch nach Beziehung, Geborgenheit, Verbundenheit (Sicherheit), auf der anderen Seite der Drang zu Autonomie, Freiheit, Selbstwirksamkeit. Übertreibt es ein Unternehmen mit der Sicherheit, bezahlt es den Preis der Autonomie. Beide Seiten müssen bedient werden, bei Ungleichgewicht führen sie zu Ausgleichshandlungen, die sowohl – im positiven Fall – Antrieb für Veränderung sein als auch – bei großem Ungleichgewicht – zu psychischen Erkrankungen führen können. Statt also angstfrei werden zu wollen, sollten sich Unternehmen lieber den Ängsten stellen, sie thematisieren und Rahmenbedingungen schaffen, die eine hohe Eigenverantwortung ermöglichen und gleichzeitig dem Einzelnen Sicherheit geben.
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Extras:
  • Keine Angst vor der Angst

Autor(en): Stefan Kaduk, Dirk Osmetz
Quelle: managerSeminare 273, Dezember 2020, Seite 18-23
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