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Schluss mit dem Spicken

Frei sprechen lernen

Ähs vermeiden, die Hände auf Hüfthöhe halten, auf die Körpersprache achten … solche Regeln galten lange als Schlüssel zur guten Rede. Nun wird im Rhetoriktraining umgedacht: weg von der perfekten Performance, hin zum authentischen Auftritt. Der gelingt am besten, wenn so vorgetragen wird, wie im Face-to-Face-Kontakt geredet wird. Manuskripte sind dabei natürlich tabu.


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Im deutschen Bundestag scheiterte vor rund zwölf Jahren ein denkwürdiger Antrag. Er zielte darauf, die freie Rede im Parlament zu stärken. Vorformulierte Manuskripte sollten zumindest in einer Sitzungswoche pro Jahr vom Rednerpult verbannt werden, lautete die Forderung einer kleinen Gruppe von Abgeordneten, die sich nicht länger mit der Monotonie lahmer Parlamentsdebatten abfinden wollte. Dass sie sich nicht durchsetzen konnten, wird noch heute jeder bedauern, der auf dem Informationskanal Phönix in eine Bundestagssitzung gerät. Wer nicht einschlafen will, schaltet besser weg.

Mit ihrer Scheu vorm freien Reden sind die Volksvertreter nicht alleine. So wie im Bundestag haben auf vielen Podien die Vorleser und Manuskriptsprecher das Sagen: Vorstandsvorsitzende rattern Redevorlagen herunter, Manager stammeln sich durch Powerpoint-Präsentationen und Abteilungsleiter radebrechen die Meeting-Agenda. Sieht man von zahlenlastigen Jahresbilanzen oder kniffligen Pressestatements ab: Was man sagen will, hat man doch eigentlich im Kopf. Warum fällt es trotzdem oft so schwer, das auch flüssig und frei vorzubringen?

'Unsere Redeleistung hängt wesentlich von unserer Einstellung zur Redesituation ab', erklärt Sprechwissenschaftlerin Prof. Dr. Christa Heilmann – und benennt damit gleich die Hauptbaustelle: 'Vor anderen zu sprechen, löst bei vielen Menschen Angst aus.' Der Körper schaltet in den 'Flucht-oder-Kampf-Modus' um, die Symptome kennt jeder: Atemnot, Herzklopfen, schwitzige Hände. Soweit eine normale biologische Reaktion.

Die Ursache der Redeangst ist hingegen anerzogen. 'Eloquenz gilt als hoch stehendes Persönlichkeitsmerkmal', erklärt Gerd Kegel, Professor für Psycholinguistik an der Universität München. Je mehr ein Sprecher dies als Anspruch verinnerlicht habe, desto größer sei seine Versagensangst. Selbstzweifel werden dann zur selbsterfüllenden Prophezeiung: 'Ich kann das nicht schaffen - mein Vortrag wird schlecht.' Daraus folgt: 'Sie werden mich kritisieren – ich werde bloßgestellt.' Die Angst vorm Scheitern blockiert das rationale Denken, raubt jegliche Souveränität – und treibt dazu, sich starr ans Manuskript zu klammern.

Extras:

  • Von Bauchgefühl bis Notfallplan: Der 10-Punkte-Plan für freies Sprechen
  • Literaturtipps: Kurzrezensionen von fünf Büchern zu den Themen Rhetorik und Präsentation
  • Linktipps: Hinweis auf die Organisation Toastmasters International

Autor(en): Nina Peters
Quelle: managerSeminare 157, April 2011, Seite 60 - 65 , 16429 Zeichen

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