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Emotionserkennung

Gefühle richtig deuten ist gut fürs Gehalt

Menschen, die in der Lage sind, die Emotionen ihrer Mitmenschen treffend einzuschätzen, sind erfolgreicher im Job. Sie werden von Kollegen für ihre soziale Kompetenz geachtet. Sie werden von ihren Vorgesetzten dafür geschätzt, dass sie 'soziale Leistungen' für die Firma erbringen – z.B. ein Team leiten, das harmonisch und daher effektiv zusammenarbeitet. Und sie verdienen mehr als Berufstätige mit weniger Gespür für die Deutung von Emotionen. Nachzulesen ist das im Fachblatt 'Journal of Organizational Behaviour' bzw. in der dort veröffentlichten Studie 'It pays to have an eye on emotions'. Verfasst hat sie ein internationales Forscherteam, zu dem auch der Arbeits- und Wirtschaftspsychologe Gerhard Blickle von der Universität Bonn gehört.

Die Wissenschaftler ließen in einem ersten Untersuchungsschritt 142 Arbeitnehmer im Alter zwischen 20 und 65 Jahren Fotos und Tondokumente mit Gefühlsausdrücken beurteilen. In einer zweiten Runde mit 156 Teilnehmern wurden die Ergebnisse validiert. Im Schnitt gelang es den Probanden, die 24 Fotos und 24 Stimmaufnahmen in 77 Prozent der Fälle treffend zu beurteilen. Wer in 87 Prozent der Fälle richtig lag, wurde von den Forschern als gut im Emotionenerkennen bewertet. Wer es in 90 Prozent der Fälle schaffte, das Bild oder Tondokument richtig zu deuten, galt als sehr gut. Wer dagegen nur in 60 Prozent der Fälle richtig lag, wurde von den Wissenschaftlern als schlecht eingestuft.

In einem weiteren Untersuchungsschritt wurden Kollegen und Vorgesetzte der Probanden zu deren Sozialverhalten und Performance am Arbeitsplatz befragt, und schließlich wurde auch das Einkommen in die Analyse einbezogen. Mit dem eindeutigen Ergebnis, dass die Fähigkeit zur Emotionserkennung all diese Felder positiv beeinflusst. 'Die besondere Stärke der Studie besteht darin, dass wir Alternativerklärungen ausschließen konnten', erklärt Gerhard Blickle. Denn die Forscher achteten darauf, möglichst viele andere Faktoren, die ebenfalls auf das Einkommen wirken können – etwa Geschlecht, Alter, Ausbildung und wöchentliche Arbeitszeit – aus der Untersuchung herauszurechnen.
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 202, Januar 2015
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