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Die Lernrebellen

Do-it-yourself-Weiterbildung

Weniger feste Formen und Vorgaben, mehr Selbstbestimmung und Selbstverantwortung – das wünschen sich immer mehr Lernende. Der Zeitgeistwandel wird der Welt der universitären und beruflichen Weiterbildung ein neues Gesicht geben. Nicht allmählich, sondern ziemlich plötzlich. Erste Züge sind schon deutlich zu erkennen.

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Haben Sie heute schon ein Video von einer TED-Konferenz angeschaut? Sind Sie einem fachlich spannenden Link bei Twitter gefolgt? Haben Sie einen Beitrag in Ihrem eigenen Blog veröffentlicht oder in einem internationalen Forum eine Frage zu Ihrem aktuellen Projekt gepostet? Wissen Sie, was ein MOOC ist oder haben sogar schon an einem teilgenommen? Lautet Ihre Antwort auf diese Fragen 'ja', dann sind Sie vielleicht ein Edupunk. Zumindest aber steckt eine gehörige Portion dieser neuen Spezies in Ihnen.

Edupunks – zusammengesetzt aus Education und Punk – heißen im englischsprachigen Raum Studierende, die sich auf eigene Faust virtuelle Lernformen erschließen und dabei keinem vorgegebenen Curriculum folgen. Sie lernen vernetzt und suchen sich genau diejenigen Inhalte, die sie aktuell brauchen, um sich weiterzuentwickeln. 'Diese Gruppe hat das Bedürfnis, sich mit den neuen Technologien flexibel, unabhängig und selbstgesteuert weiterzubilden', erklärt der Organisationsberater Ayad Al-Ani, der sich am Berliner Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft mit der neuen Spezies beschäftigt.

Kreiert hat den Begriff Edupunk der amerikanische Bildungsexperte Jim Groom von der University of Mary Washington, Fredericksburg, USA. Er bezeichnete damit in seinem Blog eine Do-it-yourself-Haltung zu Bildung und Weiterbildung. Die Wortschöpfung wurde im Netz vielfach aufgegriffen. Zwischen den Weiterverwendern und Begriffsschöpfer Groom kam es sogar schon zu einer kontroversen Diskussion über die genaue Ausrichtung des neuen Typus. Auf eine allgemeingültige Definition konnte man sich nicht einigen, doch das ist eigentlich auch nebensächlich.

Viel interessanter ist, wie heftig die Debatte verlief und wie viele Bildungs- und Weiterbildungsexperten sich in ihr die Köpfe heißgeredet und -geschrieben haben. Beides zusammengenommen ist ein deutliches Zeichen dafür, welchen Stellenwert der Edupunk besitzt.

Extras:

  • Steckbrief: Der Edupunk – mehr als ein schickes Schlagwort
  • Linktipps: Hinweise auf vier weiterführende Webseiten

Autor(en): Andrea Bittelmeyer
Quelle: managerSeminare 198, September 2014, Seite 56 - 60 , 18941 Zeichen

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