Management

Der Coach

Mitwisser geheimer Wünsche

Coaching ist nicht gleich Coaching. Es gibt den firmeninternen Coach, es gibt den externen Berater und es gibt Führungkräfte, die ihre Mitarbeiter coachen. Wann aber ist welcher Coach empfehlenswert? Welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Coachingvarianten, welche Voraussetzungen müssen stimmen, welche Anforderungen erfüllt sein? Antworten von Coaching-Experte Hort Rückle.
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Trainieren, beraten, betreuen – so lauten die Aufgaben, mit denen Coaching meist gleichgesetzt wird. Doch Coaching geht darüber hinaus, es handelt sich um Hilfe zur Selbsthilfe: Aufgabe des Coaches ist es nicht, die Probleme des Klienten zu lösen, sondern ihm bei der Lösung seiner Probleme zu unterstützen. Verantwortungsbewusst arbeitende Coaches erteilen erst nach sorgfältiger Analyse Rat und besprechen mögliche Auswirkungen der Lösungsmöglichkeiten. Um Prozesse in Gang setzen zu können, muss der Coach die Einflussbereiche auf den zu Coachenden samt dessen Reaktionen ebenso betrachten, wie seine Veranlagungen, Begabungen und Talente.

Zunächst muss das Unternehmen jedoch festlegen, ob ein interner oder externer Coach den jeweiligen Mitarbeiter begleiten soll. Bei der Implementierung des internen Coaches ist es wichtig zu klären, wo dieser angesiedelt sein soll, wem er zu berichten hat und welches seine spezifischen Aufgaben sein werden. Der firmeninterne Coach muss über die Fähigkeit verfügen, seine Rolle als Coach und als Angehöriger des Unternehmens unabhängig zu gestalten. Mit den ihm anvertrauten Informationen und Problemen muss er absolut diskret umgehen. Den Schwerpunkt seiner Arbeit legt er immer auf das Verhalten des zu Coachenden und dessen Fortschritt. Dabei dienen die Unternehmensziele als Maßstab. Die Zusammenarbeit mit der Unternehmensführung ist daher unabdingbar. Der interne Coach kann bei alltäglichen Problemen, spezifischen Konflikten oder bei der Vorbereitung auf neue Aufgaben eingesetzt werden.

Führungskräfte des Top-Managements hingegen sind mit einem externen Coach besser beraten. Er bietet Hilfe bei der Gestaltung der Unternehmensentwicklung, des Wandels sowie bei Problemen und Konflikten mit Unternehmern, Führungskräften und Mitarbeitern. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass der externe Coach nur wirksam arbeiten kann, wenn er um bestimmte Daten und Fakten bezüglich des Klienten weiß. Der qualifizierte externe Coach sollte sich außerdem im Spannungsfeld zwischen Auftraggeber und dem Gecoachten situationsangemessen bewegen und seine breite Sach-, Fach- und Handlungskompetenz flexibel einsetzen können. Er begleitet auf Zeit, nicht auf Lebenszeit! Der Gecoachte darf also nicht von seinem Coach abhängig werden. Eine gute Beziehung ist wichtig, eine Bindung schädlich. Lässt der Coach im richtigen Moment los, kann sein Klient die Früchte der Arbeit ernten und auf das von ihm selbst Erreichte stolz sein.

Extras:
  • Übersicht: Vor- und Nachteile beim externen Coaching.
  • Übersicht: Vor- und Nachteile beim internen Coaching.
  • Übersicht: Vor- und Nachteile, wenn Führungskräfte die Rolle des Coaches übernehmen.
  • Info-Kasten: Das sollte ein guter Coach können.
  • Buchtipp: Rezension des Buches 'Coaching. So spornen Manager sich und andere zu Höchstleistungen an' von Horst Rückle.
Autor(en): Horst Rückle, Nicole Bußmann
Quelle: managerSeminare 47, März 2001, Seite 86-94
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