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Corporate Training

Lernen sprengt zunehmend Unternehmensgrenzen

Das Lernen in den Unternehmen macht immer weniger vor organisatorischen Grenzen halt. Diese Entwicklung zeigt eine Studie auf, für die das von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG geförderte Institute of Corporate Education (incore) Spitzenführungskräfte deutscher Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern durch Allensbach hat befragen lassen. 85 Prozent der Studienteilnehmer – 154 Vorstandsvorsitzende und 71 weitere Mitglieder der ersten Führungsebene – gaben an, dass in ihren Unternehmen abteilungsübergreifende Trainings stattfinden. Drei Viertel von ihnen erwarten zudem, dass solche Weiterbildungen für den Unternehmenserfolg an Bedeutung gewinnen werden. Ein Grund für diese Einschätzung: Jeder dritte Befragte berichtet von häufigen Problemen in der Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen. 'Die – absolut berechtigte – Hoffnung der Manager besteht darin, durchs gemeinsame Lernen das vernetzte Denken im Unternehmen zu fördern und dadurch auch Reibungsverluste zu reduzieren', erklärt Studienmitautor Heiko von der Gracht, Leiter des incore-Think Tanks für Zukunftsmanagement. Der nächsten Stufe des vernetzten Lernens – Trainings über die Unternehmensgrenzen hinweg – messen 70 Prozent der Befragten eine wachsende Bedeutung zu. Hauptgrund dafür sind die fundamentalen Strukturumbrüche, die vier Fünftel der Befragten in den nächsten zehn bis 20 Jahren für die meisten Branchen erwarten. Von der Gracht: 'Die Manager haben erkannt, dass sie mit dem Wandel nur Schritt halten können, wenn viele Führungskräfte und Mitarbeiter im Unternehmen – und eben nicht nur das Topmanagement – in der Lage sind, über die Grenzen der Organisation hinauszublicken und relevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.' Fast jeder zweite Befragte sieht das eigene Unternehmen in puncto unternehmensübergreifendem Lernen derzeit allerdings noch weniger oder gar nicht gut aufgestellt.

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Fünf Empfehlungen für Corporate Training

Aus den Studienergebnissen haben die Autoren fünf Thesen und dazugehörige Empfehlungen fürs Management abgeleitet:
  • Die Synergie-These: In Zukunft werden jene Unternehmen erfolgreich sein, bei denen Manager und Mitarbeiter in der gesamten Wertschöpfungskette nicht nur zusammen arbeiten, sondern auch zusammen trainieren.
  • Die Transformationsthese: Nur mit dem aus diesem vernetzten Training erwachsenden gemeinsamen Verständnis, Sprachgebrauch und den daraus resultierenden Synergien lassen sich sowohl die Markt- und Strukturbrüche als auch die umwälzenden Veränderungen der Zukunft zeitnah und reibungsarm bewältigen.
  • Die Investitionsthese: Abteilungs-, unternehmens- und branchenübergreifend vernetzte Weiterbildung gibt es nicht zum Nulltarif. Investitionen in neue Bildungsprogramme und übergreifende Strukturen sind nötig, etwa in Form von unternehmensspezifisch entwickelten Lern- und Trainingskonzepten (Corporate Academies).
  • Die Seitensprung-These: Nur noch Manager, die branchenbezogen 'fremdgehen', also in anderen Unternehmen lernen, haben in Zukunft Erfolg in komplexen Wertschöpfungsketten.
  • Die Querdenker-These: Grenzüberschreitendes, interdisziplinäres Querdenkertum verwandelt sich vom wahrgenommenen Störfaktor zum etablierten Schlüsselfaktor für Erfolg.

(Quelle: incore – Institute of Corporate Education e.V., Jena 2014)
Autor(en): (ama)
Quelle: managerSeminare 202, Januar 2015
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