Lernen

Coaching von Doppelspitzen

Wie Führungsduos zu Partnern werden

One man, one boss - das war einmal. Heute steht an der Spitze einer Organisation immer häufiger ein Führungsduo. Soweit so schlecht: Denn Doppelspitzen-Konstellationen bieten reichlich Zündstoff für Missstimmigkeiten und Konflikte. Hier kann Coaching vorbeugen und helfen, vorausgesetzt der Coach setzt an der richtigen Stelle an.
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Der Deutsche Fußballbund hat im Jahr 2004 eine Konstellation herbeigeführt, die auch in etlichen anderen Organisationen gang und gäbe ist. Der Verband dachte daran, seinen lang gedienten Vorsitzenden abzulösen, scheute jedoch den harten Schnitt und entschied sich für eine Übergangslösung: Dem Vorsitzenden wurde ein zweiter Mann zur Seite gestellt. Das Ergebnis ist eine Doppelspitze - die Führung der Organisation durch zwei Personen.

Solche Führungsduos findet man überall: Bei der Frankfurter Buchmesse, bei der Europäischen Raumfahrtgesellschaft, bei Siemens, in sozialen Einrichtungen und in kleinen Familienunternehmen - überall gibt es das Phänomen, dass zwei Personen denselben Hebel betätigen. Und überall, wo sich Doppelspitzen die Verantwortung teilen oder gemeinsam agieren, besteht ein hohes Konfliktpotenzial, für das Coaching hilfreich ist.

So fallen bei Doppelspitzen neben generellen Konfliktpotenzialen, wie sie durch gesellschaftliche Entwicklungen oder organisatorische Besonderheiten verursacht werden, besonders Störungen in der Interaktion auf - hervorgerufen durch unbewusste Faktoren, durch Kommunikationsprobleme oder durch normative Divergenzen. Beispielsweise ist es nicht selten, dass etwa zwei Steuerberater, die gemeinsam eine Firma betreiben, sich anfangs ganz wunderbar verstehen, nach einigen Jahren aber eine hochaggressive Kampf-Spiel-Arena eröffnen.

Extras:
  • Welche Formen von Doppelspitzen es gibt, und in welchen Organisationsformen diese häufig zu finden sind
  • Literaturtipps: Empfehlung von acht Büchern zu den Themen Coaching, Mediation und Verhandlungsführung
Autor(en): Dr. Astrid Schreyögg
Quelle: managerSeminare 93, Dezember 2005, Seite 54-59
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