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Das Blog


14. März 2018 | Von Nicole Bußmann

#LATC2018: Vortragsmarathon mit Sendebewusstsein zum Thema New Work

Vorträge fast rund um die Uhr? Das Event „Lean around the clock“ hat das Undenkbare zur Methode gemacht. Anfang März trafen sich Leanfreaks und solche, die es niemals werden wollen, aber an Ideen zum künftigen Arbeiten und Lernen interessiert sind, zum Vortragsmarathon in Mannheim. Einblick in eine Veranstaltung mit Sendungsbewusstsein zum Themenkomplex New Work.

29025654_10211142487786072_6840775270137086883_nEs ist der zweite Kongresstag, 9:45 Uhr, Andreas Syska tritt auf die Bühne und begrüßt uns mit den Worten: „Schön, dass es Ihnen wieder besser geht“. Manch einer mag gedacht haben, der Professor für Produktionsmanagement spiele auf den Vorabend an, an dem nach Programmende um 22:30 Uhr noch eine Band aufspielte und der ein oder die andere ein paar Bierchen trank. Nein, Syska begrüßt uns nach einem 22jährigen Koma, wir sind im Jahr 2040. „Und es ist großartig, was passiert ist“, zeigt sich Syska begeistert. „Der materielle Wohlstand ist gestiegen, die Lebensqualität auch, wir sind frei, haben Zeit und treffen aufgrund technologischer Unterstützung kluge Entscheidungen.“

Syska ist einer von 30 Referenten, die sich auf dem diesjährigen Event „Lean around the clock“ in der zweiten Märzwoche ein Stell-dich-Ein geben. Zum dritten Mal findet diese Veranstaltung der Lean Knowledge Base statt. Sie ist ein Kongress mit einer klassischen Bühne, auf der Vorträge stattfinden, mit klassischen Sitzreihen davor. Dazu gesellen sich ein paar Aussteller im hinteren Teil des Raumes. Damit hat es sich allerdings schon fast, was den #LATC2018 – so der Hashtag und die eigentliche Firmierung des Events – mit gemeinen Kongressen eint. Namensschilder? Gibbet nicht. Pausen? Iwo. Kaffee oder Wasser für zwischendurch? Nicht inbegriffen.

Das Event setzt sein Schwerpunktthema Lean im Sinne von „schlank“ konsequent um – kein Chichi, kein Brimborium, kein Schickschnack. Einfach nur: Menschen, die sich für ein Thema interessieren, Vorträge anhören können oder in den – freilich nur selbstbestimmten – Dialog gehen. Das Ambiente dieses Mal ist rough – wir sind in den Maimarkthallen in Mannheim, etwas außerhalb der City, der Raum ist fabrikig und dunkel, etwas spärlich beheizt. Was irgendwie auch zum Shopfloor passt, über den häufig geredet wird.

28827892_1829279767084682_4570470198164835839_oRalf Volkmer, geistiger Vater der Veranstaltung, tritt am ersten Tag mit unüblicher Kutte auf die Bühne. Ein Anzug in Störbild-Optik. Rauschebart und tiefer Monnemer Dialekt. Augenhöhe will er haben, Gespräche unabhängig von hierarchischer Herkunft, verkündet er. Volkmer holt Menschen auf die Bühne, die sonst nicht auf der Bühne stehen, die keine Vorträge in der Tasche haben und sich ob ihrer klugen Gedanken über eine neue Welt bestätigen lassen wollen. Christian Schenkel ist so einer der Bühnenneulinge. Interviewartig lockt Volkmer aus dem anfangs leicht nervösen Lean-Manager seine Learnings hervor. Es fallen Sätze wie „vom Kunden her denken“ oder „die Methodik ist zweitrangig“. Schenkel erzählt, wie er Lean Management einführen wollte. Es ist eine Geschichte übers Scheitern.

Es sind solche Intermezzi, die der Veranstaltung mit dieses Mal über 500 Teilnehmern etwas Familiäres geben, auch etwas Unperfektes. Volkmer wünscht sich genau das: Ehrlichkeit auf der Bühne. Dass auch das berichtet wird, was nicht so gut funktioniert. Auch an diesen zwei Märztagen gibt es einiges, was nicht so gut funktioniert: etwa das Catering. Auch einige Vorträge zählen dazu: Insiderberichte aus dem Inneren von Unternehmen, Filterblasen-Beiträge, missglücktes Storytelling – schlicht Beiträge, die nicht am Zuschauer orientiert sind.

Auf dem #LATC2018 ist das egal. Wem ein Vortrag nicht gefällt, steht auf oder hört weg. Für 150 Euro Teilnahmegebühr muss auch nicht ein Highlight das nächste jagen. Wobei echte Highlights dabei sind. 17:15 Uhr am ersten Kongresstag, es spricht Jacqueline Rahemipour von sipgate. Sie stellt 12 von 24 Work Hacks vor, auf die sipgate selbst gern früher gekommen wäre. „Wir haben kein Fortbildungsbudget“, ist ihr Hack Nummer 8. Und das bedeutet nicht, dass sich die sipgater nicht weiterbilden, im Gegenteil: Es bedeutet, dass sich jeder Mitarbeiter seine Weiterbildungen selbst aussucht. Einzige Bedingung: Die Mitarbeiter machen transparent, was sie vorhaben, indem sie die ausgesuchten Maßnahmen auf einer der vielen Pinnwände bei sipgate aufhängen oder online yammern. Work Hack 4 ist „Pairing“. Bei sipgate arbeitet niemand mehr allein an einer Aufgabe, immer sind es Teams von mindestens zwei Mitarbeitern. Das gilt für die Softwareentwicklung ebenso wie für die Buchhaltung. „Was nach Verschwendung klingt, ist keine“, erläutert Jacqueline. Das Pairing ist sipgates eingebaute Qualitätssicherung und sozusagen ein Wissenstransferprogramm.

IMG_2447Sipgate ist ein leanes, agiles Unternehmen. Doch das ist das Schöne an #LATC2018: dass nicht nur ausgewiesene Lean-Anwender auf ihre Kosten kommen, sondern generell darüber referiert wird, wie wir arbeiten können und wollen, wenn uns die Digitalisierung Produktivitätssteigerungen und Effizienzgewinne beschert hat. „Mitarbeiter werden von Routinetätigkeiten entlastet und konzentrieren sich auf wertschöpfende Aufgaben“, erklärt dazu detecon-Berater Marc Wagner, ab 14:15 Uhr am ersten Kongresstag auf der Bühne.

Mit Syska finden wie uns im Jahr 2040 in einer neuen Welt wieder: „100 Prozent unserer Tätigkeiten haben sich geändert. Organigramme gibt es nicht mehr, Wertschöpfung findet dezentralisiert statt, Fabriken gibt es nicht mehr, nur noch temporär existierende Netzwerke. Es gibt keine Festanstellung mehr, keine Betriebsräte, auch die BWL wird nicht mehr gebraucht.“ Was den ein oder anderen im Publikum schmunzeln lässt, ist als Anstoß gemeint. „Deutschland 2040“ heißt die Initiative, dessen Kern ein Manifest für ein Leben und Arbeiten in der digitalen Zukunft ist.

Die Gemeinde in der Maimarkthalle ist hellwach, als Syska spricht: „Die Zukunft kommt nicht einfach auf uns zu, sondern Zukunft ist das Ergebnis unserer Taten, und Taten sind das Ergebnis unserer Gedanken.“ So etwas wie Aufbruchstimmung ist spürbar. Ein junger Mann steht auf und fragt: „Wer steht hinter Deutschland 2040? Wer macht das?“ Syska ist verdutzt: „Wir lichten doch nur den Anker, es gibt so viele Leute, die sich Gedanken darüber machen, wie wir in zwanzig Jahren leben. Die haben spannende Ideen, die dringen aber nicht nach draußen, die bestätigen sich nur intern in ihren Kreisen. Ich geh schwer auf die 60 zu und wundere mich, dass in all den Arbeitskreisen keine 18-Jährigen sitzen.“

Syskas Impuls trifft ins Schwarze. Wie so mancher Vortrag auf dem #LATC2018. Dass das Gesagte Kreise zieht, ist nicht nur der Veranstaltung zu wünschen, sondern vor allem den Inhalten. Die im Übrigen alle aufgezeichnet und damit online nachzuschauen sind. LATC geht weiter, ein nächster Termin steht: 21. bis 22. März 2019, wieder in den Maimarkthallen, wieder unter der charmant-präsenten Moderation von Janine Kreienbrink. Doch der Vortragsmarathon wird aufgelöst. Themenboxen soll es geben, in denen in Zeitfenstern von rund drei Stunden vertieft diskutiert werden kann. Denn, das trifft auf den LATC aktuell noch zu: Auch wenn Austausch explizit gewünscht ist und sehr viel mehr Dialog stattgefunden hat durch ein deutlich fragefreundlicheres Publikum als im Vorjahr: Ein Vortragsmarathon ist und bleibt brutal-frontal. Dem Happening in diesem Jahr hat es freilich keinen Abbruch getan.

******

Zum Nachschauen einige meiner Highlights:

Vortrag von Marc Wagner, Detecon:



Vortrag, etwas wirr leider, aber von den Aussagen dennoch gut, von Conny Dethloff und Manfred Meyer, Otto:



Der beschriebene, von mir sehr gemochte Vortrag von Andreas Syska:



Der sehr gute Vortrag von Jacqueline Rahemipour, Sipgate:



Weil besonders, das Interview von Ralf Volkmer mit Christian Schenkel



Im Text nicht erwähnt, aber auch gut gewesen: Der Vortrag von Mark Lambertz über das Viable System Model, sozusagen die Mutter von agil und lean:



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Foto 1: Andreas Syska, Quelle: Nicole Bußmann
Foto 2: Ralf Volkmer in Kutte mit Christian Schenkel, Quelle: Ulrich Hinsen/Facebook
Foto 3: Jacqueline Rahemipour, Quelle: Nicole Bußmann


Kommentare (0) | Kategorie: Lernen & Lehren, Management & Führung, _erlebt

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