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12. Juni 2017 | Von Nicole Bußmann

Arbeitswelt 2017: Studie entlarvt Mythen rund ums Thema Arbeiten

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Dennoch halten sich einige Vorurteile rund um das Thema Arbeiten hartnäckig. StepStone und Kienbaum haben die Annahmen auf Basis ihrer Studie „Organigramm deutscher Unternehmen“ untersucht und einige davon als Mythen entlarvt. Für die Studie befragten die beiden Unternehmen 14.317 Mitarbeiter, 40 Prozent davon waren Führungskräfte, 50 Prozent Fachkräfte und 10 Prozent Mitarbeiter in sonstiger Position.

1) In deutschen Unternehmen wird gesiezt
Falsch! In den meisten Unternehmen gibt es eine Mischkultur je nach Funktion. Knapp Zweidrittel (63 Prozent) der deutschen Fachkräfte sind mit einigen Kollegen per „Du“, während sie die Führungsebene jedoch nach wie vor mit „Sie“ ansprechen. Immerhin duzt jede dritte Fachkraft in Deutschland alle Kollegen – vom Azubi bis zur Geschäftsführung. Laut Stepstone und Kienbaum zeigt das Ergebnis, dass Unternehmen vermehrt auf flache Strukturen und eine Duz-Kultur setzen, um Entscheidungen schnell und dezentral treffen zu können.

2) Klare Ansagen von Chefs sind nicht mehr gewünscht
Flache Strukturen und schnelle Entscheidungswege bedeuten keineswegs, dass Mitarbeiter einen Vorgesetzten ablehnen, der klare Ansagen macht. Im Gegenteil: Die Mehrheit wünscht sich einen solchen Chef. Und Führungskräfte sind für das persönliche Empfinden von großer Bedeutung: Neun von zehn Fachkräften meinen, dass ein guter Chef wichtig für ihre Jobzufriedenheit ist.

3) Mitarbeiter in Deutschland wollen keine Veränderungen
Eine Aussage, die laut der Untersuchung von StepStone und Kienbaum ins Reich der Mythen gehört: Über die Hälfte der befragten Fachkräfte sind nämlich vom aktuellen Aufbau ihrer Unternehmen nicht überzeugt, mehr Innovation würden sie durch veränderte Unternehmensstrukturen wahrscheinlicher finden. Zudem sind die Mitarbeiter durchaus bereit, mehr Verantwortung im Unternehmen zu übernehmen: Insgesamt wünschen sich drei Viertel der befragten Fachkräfte mehr Verantwortung in ihrem Job.

4) Führungskräfte interessieren sich nur für Ergebnisse
Die Studie von StepStone und Kienbaum zeigt: Führungskräfte wissen durchaus um die Bedeutung ihres Führungsstils. 95 Prozent der befragten Führungskräfte stimmen der Aussage zu, dass ein guter Führungsstil einen großen Einfluss auf die Mitarbeiterbindung hat. Sie achten also nicht nur auf das Erreichen von Zielen und Ergebnissen – auch gute Mitarbeiter zu halten, spielt für sie eine bedeutende Rolle.

5) Der Großteil der deutschen Fachkräfte hat innerlich gekündigt
Den regelmäßigen Gallup-Studien zum Trotz: Etwas mehr als die Hälfte der Fachkräfte in Deutschland ist mit der eigenen beruflichen Tätigkeit eher zufrieden. Interessant: Der höchste Anteil an zufriedenen Mitarbeitern findet sich in Unternehmen, die agil organisiert sind.

Kostenloser Download der Studie hier.


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