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IG Metall macht Gespräche über Weiterbildungsbedarf zur Pflicht

Weiterbildung wird in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie vom Lippenbekenntnis zum Gesprächsthema. Dafür hat die IG Metall mit ihrem neuen Tarifvertrag gesorgt. Nach monatelangen Verhandlungen einigte sich die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern Ende April 2006 auf das neue Regelwerk.

Neben einer Lohnsteigerung von drei Prozent konnten die Gewerkschaftsvertreter unter anderem den 'Tarifvertrag zur Qualifizierung und Innovation' durchsetzen. Er besagt, dass der Betriebsrat künftig regelmäßig mit der Unternehmensleitung über Qualifizierungsbedarf berät. Zusätzlich haben auch alle Arbeitnehmer einmal im Jahr Anspruch auf ein Gespräch mit ihrem Arbeitgeber. Hierbei können die Beschäftigten ihren Qualifizierungsbedarf anmelden. Wenn sich beide Seiten auf eine Maßnahme einigen, soll der Kurs auf Firmenkosten stattfinden. Die Arbeitgeber hatten im Laufe der Verhandlungen gefordert, dass sich die Beschäftigten an den Aufwendungen für Qualifizierungsmaßnahmen etwa in Form von eingesetzten Urlaubstagen beteiligen. Mit dieser Forderung waren sie jedoch gescheitert.

Die Kontrahenten im Tarifstreit, IG Metall und Arbeitgeber, hatten sich zuerst in Nordrhein-Westfalen die Hände gereicht. Ihr Kompromiss mit Pilotcharakter wurde inzwischen in fast allen anderen Bundesländern übernommen. Damit gilt der neue Tarifvertrag bald für alle 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Fraglich ist allerdings, wie viele Qualifizierungsgespräche diese führen können - die Gesamtlaufzeit des Tarifvertrages beträgt nur 13 Monate.

Autor(en): (com)


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