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Zum Tod des designierten LAA-Preisträgers Karlheinz Geißler
Zum Tod des designierten LAA-Preisträgers Karlheinz Geißler

Zeit für ein Ende

Er war einer der bekanntesten Zeitberater Deutschlands und galt als Vordenker des achtsamen Umgangs mit der Zeit: Karlheinz A. Geißler. Am 9. November starb der Wirtschaftspädagoge und Autor zahlreicher Bücher – ohne den Life Achievement Award für sein Lebenswerk erhalten zu haben. Die höchste Auszeichnung der Weiterbildungsbranche hätte dem „Zeitweisen“ – wie er sich selber nannte – auf den Petersberger Trainertagen 2023 verliehen werden sollen. Und sie wird es noch – nun allerdings posthum.

Karlheinz Geißler war kein Fan vom Ende – sofern man dem 2004 für eine Festschrift anlässlich seines 60. Geburtstages verfassten Vorwortes seines Freundes, Kollegen und Weggefährten Frank Orthey Glauben schenken mag: „Kaum eine Tagung, kaum ein Vortrag (außer denen, die er selber hielt) konnte beendet werden, ohne dass Karlheinz Geißler das Geschehen angesichts des nahenden Endes vorzeitig verließ. Selbst in Seminaren verstand er es – dies stammt aus sicheren Auskunftsquellen –, mit kunstfertigem Einfallsreichtum, der Schlusssituation zu entgehen oder besser wohl: zu entkommen.“ Entkommen ist der Zeit-Vordenker nun noch einer weiteren Schlusssituation: seiner Kürung mit dem Life Achievement Award.

Auf den Petersberger Trainertagen 2023 wäre sie das Ende einer wohl außergewöhnlichen Nominierung gewesen. Die Ehrung, die eigentlich schon im Frühjahr 2020 hätte stattfinden sollen, musste wegen Corona mehrfach verschoben werden. Und so war Geißler der – wie er selbst noch vor Kurzem gegenüber LAA-Gremienmitglied Nicole Bußmann scherzte – „sicher am längsten nominierte Preisträger“. Tatsächlich wird er in die Geschichte des LAA als „Preisträger 2020-2023“ eingehen.

Eine besondere Leidenschaft

Mehr Zeit als andere – die brauchte Geißler, der im Alter von fünf Jahren an Polio erkrankte und seitdem, eigenen Angaben zufolge, „zu den Langsamen“ gehörte, Zeit seines Lebens. Es war sicherlich mitunter dieser Umstand, der eine besondere Leidenschaft in Geißler entfachte: „seine jahrelange Amour fou mit der geheimnisvollen Unbekannten 'Zeit'“ – wie es sein Freund und Kollege Bernd Weidenmann, emeritierter Professor für Pädagogische Psychologie, formuliert. Hinzu kam eine Erkenntnis, die der studierte Philosoph, Ökonom und Pädagoge während seiner Lehrtätigkeit als Dozent an berufsbildenden Schulen machte: Jeder Kurs, jedes Semester, jedes Studium, jeder Mensch – alles hat einen Anfang und ein Ende und ist somit im generischen und letzten Sinne Zeit. Fortan widmete sich Geißler also dem Thema Zeit und deren Beschaffenheit, die er mithilfe verschiedener Blickwinkel und Disziplinen untersuchte – darunter: die Physik, Theologie, Philosophie, Germanistik und Pädagogik. Er forschte und lehrte an den Universitäten in Karlsruhe, Augsburg, Nürnberg und vor allem an der Universität der Bundeswehr München, an der er von 1975 bis zu seiner Emeritierung 2006 den Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik innehatte.

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