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Stressanalyse per Speichelprobe: Medizinischer Test bannt Burnout

'Berufliche Belastungen, die zum Burnout führen können, sind immer häufiger Anlass für Coachings', meint Martin Jessen vom Coaching Center Berlin (CCB). Weil diese Belastungen einen wirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe anrichten, sind die Unternehmen gezwungen zu handeln, so der CCB-Geschäftsführer. Unterstützt werden sollen sie dabei vom Coaching-Programm zur Früherkennung und Prophylaxe, das das CCB gemeinsam mit dem Mediziner Prof. Dr. Alfred Wolf vom Christian-Lauritzen-Institut in Ulm entwickelt hat.
Ein zentraler Baustein des Programms ist die Stressanalyse. Sie kommt zum Einsatz, wenn Mitarbeiter bereits unter Stresssymptomen wie Konzentrationsschwäche, Kreislaufproblemen, Schwindelgefühlen oder Schlafstörungen leiden. Welche Stressfaktoren diese Symptome auslösen, soll mit Hilfe eines Fragebogens geklärt werden. Dabei unterscheidet der Fragebogen zwischen äußeren und inneren Faktoren. Zu den äußeren Faktoren, den so genannte Stressoren, zählen zum Beispiel der Arbeitsplatz in einem Großraumbüro oder ein nicht zu bewältigendes Pensum an Aufgaben. Bei den inneren Faktoren, den so genannten Stressverstärkern, handelt es sich um persönliche Ausprägungen wie etwa das Streben nach Perfektion oder die Angst, seinen Job zu verlieren. 'Treffen innere und äußere Faktoren zusammen, ist das Risiko hoch, dass es zum Burnout kommt', erklärt Jessen. Wie belastend die Arbeitssituation tatsächlich ist, soll ein Gespräch zwischen Mitarbeiter und Coach ans Licht bringen.
Zudem beinhaltet das Programm die Möglichkeit, mit Hilfe eines medizinischen Tests die biochemischen Substanzen Cortisol und Katecholamin im Körper eines Mitarbeiters zu messen. Sind die Werte, die mit einer Speichelprobe identifiziert werden, hoch, lässt sich mit Gewissheit sagen, dass die Gefahr besteht, am Erschöpfungssyndrom zu erkranken, so Jessen. Folglich muss zügig reagiert werden: Coach, Mitarbeiter und Vorgesetzter entwickeln im nächsten Schritt gemeinsam Maßnahmen und Strategien zur Eindämmung der schädigenden Stressfaktoren. 'Abhilfe schaffen kann etwa ein Coaching', beschreibt Jessen das Vorgehen. Aber auch die Umstrukturierung von Arbeitsprozessen ist hilfreich. Nach dem Motto 'Vorsorge ist besser als Nachsorge' sieht das CCB-Programm auch Impulsvorträge und Seminare vor, die Unternehmen für das Thema sensibilisieren sollen. Mehr Infos im Internet.
Autor(en): (ahe)
Quelle: Training aktuell 11/07, November 2007
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