Praxistest

Lernlandkarte World Café: Methodenworkshop mit der Blue-Man-Group

Im Format eines Stadtplans kommt sie daher: die neue Lernlandkarte von Neuland. Doch listen will die Karte nichts, ihr geht es vielmehr ums Erklären. Auf einem halben Quadratmeter sollen Trainer und Berater erfahren, wie sie ein erfolgreiches World Café leiten können.

Das Angebot: Mit wenigen Worten und treffenden Illustrationen neue Inhalte schnell erfassen, verbinden und verinnerlichen - das verspricht Neuland mit seiner neuen Lernlandkarte. Auf einem zusammenfaltbaren Plakat will der Hersteller von Seminarbedarf eine Methode vorstellen. Der Vorteil für Trainer und Berater: Sie sollen sich in kurzer Zeit mit einem Verfahren vertraut machen können. Die erste Lernlandkarte erschien 2006 und widmete sich dem Thema Open Space. In diesem Jahr ist die zweite Ausgabe erschienen. Thema: World Café. Eine Fortsetzung der Serie ist geplant; die nächste Lernlandkarte will den Ansatz Appreciative Inquiry erklären.

Der TA-Check: Eine Lernlandkarte zum Thema World Café - das bedeutet optisch: 99 mal 68 Zentimeter voll mit Textkästen. Dazwischen Horden von blauen Männchen, die sich über orange-farbene Tische beugen oder vor Stellwänden tummeln. Das heißt für den Nutzer: Die ersten Sekunden benötigt er zur Orientierung. Ein inhaltlicher Faden lässt sich dann aber schnell erkennen. Zum einen hat die Lernlandkarte auf der Rückseite ein kleines, grafisches Inhaltsverzeichnis. Zum anderen sind die Textkästen auf dem Papier groß und deutlich durchnummeriert und geben so eine Leserichtung vor.

Die Karte beginnt mit einer Definition des Begriffs World Café, erklärt den Grundgedanken und zeigt im Anschluss auf, wie ein Treffen geplant werden sollte. Die folgenden Textabschnitte erläutern, wie Fragen für das World Café entwickelt werden, welche Rolle der Gastgeber einnimmt, welche Etikette-Regeln gelten und wie die Reflexions- und Dokumentationsphase gestaltet werden muss. Zuletzt geht es noch um die Verankerung der Ergebnisse in der Organisation und um Einsatzmöglichkeiten des Verfahrens. Zwei Extra-Kästen erörtern Standard-Setting und Ablauf sowie Variationsmöglichkeiten.

Der TA-Eindruck: Zur Verdeutlichung der verbalen Darstellung sind die Illustrationen der Lernlandkarte gedacht. Sie motzen das Papier optisch ordentlich auf, doch selbsterklärend sind sie leider selten. Vermutlich wäre das aber auch zu viel erwartet gewesen, denn Oberpunkte wie 'Fragestellungen für ein World Café entwickeln' sind nun mal schwierig umzusetzen. So müssen die blauen Männchen in diesem und in vielen weiteren Fällen mit einem Berg von Fragezeichen auskommen. Das passt zwar zum jeweiligen Kapitel, ist aber eher Bebilderung, weniger Visualisierung. Trotzdem sorgt die Blue-Man-Group für ein ungewöhnliches Leseerlebnis. Für Trainer, die sich in rund zwanzig Minuten eine neue Methode anlesen wollen, ist die Lernlandkarte eine nette Alternative zur Schwarz-Weiß- Lektüre. Weiteres Plus: Auf der Rückseite der Karte finden sich alle Texte in Englisch. Damit können sich international arbeitende Trainer und Berater in den Wortschatz einarbeiten.

Das TA-Fazit: Inhaltlich bieten die Ausführungen alles, was man über Grundgedanken und Gestaltung eines World Cafés wissen muss. Einem erfahrenen Trainer werden die Texte keine Neuigkeiten bieten. Doch denjenigen, die sich bis jetzt nicht so recht vorstellen konnten, wie die rotierende Diskussion von statten geht, wird die Lernlandkarte eine anschauliche Darstellung bieten.

Corinna Moser

Holger Scholz und Martin Haußmann: Lernlandkarte Nr. 2. Die Lernlandkarte zum World Café. Neuland, Eichenau, 2007. 12,90 Euro.
Quelle: Training aktuell 08/07, August 2007
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