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Lernkultur-Erkenntnisse: Vorgesetzte müssen zu PE‘lern vor Ort werden

Repräsentanten aus Unternehmen, Entscheidungsträger im Bereich Bildungsmanagement und Kompetenzträger für innovationsorientierte Themen sind sich einig: Wir brauchen eine neue nachhaltige Lernkultur. Bei der vom Swiss Centre for Innovations in Learning (SCIL), St. Gallen, kürzlich durchgeführten SCIL-Trendstudie zumindest haben die rund 50 befragten Experten die Lern- und Lehrkultur als das Top-Thema des Bildungsmanagements benannt.

Als größte Herausforderung betrachten die Experten die aus ihrer Sicht nötige stärkere Einbeziehung von Führungskräften in Bildungsmanagement-Konzepte. Führungskräfte sollen sich zu Personalentwicklern vor Ort entwickeln. Das heißt: Ihnen soll eine stärkere Rolle bei der Mitarbeiterentwicklung und Lernunterstützung zukommen. Aber auch die Rolle der Bildungsmanager muss sich laut Studie ändern, denn an den Bildungsmanagern liegt es, die Führungskräfte anzuleiten und in die konzeptionellen Arbeiten einzubinden. Dementsprechend ist u.a. eine größere Beratungskompetenz auf Seiten der Weiterbildner erforderlich.

Weiterhin gilt es nach Meinung der Experten, den Wissensaustausch im Unternehmen zu fördern. So genannte Communities of Practice, bei denen Mitarbeiter intern Infomationen austauschen, werden immer wichtiger. Vorbilder gibt es bereits: So hat bei der Telekom eine solche Community Bausteine für eine neue Lernarchitektur entwickelt und das SCIL gebeten, ihren Ansatz wissenschaftlich zu untermauern. Das SCIL hat daraufhin einen 'Fünf-Punkte-Plan' entwickelt, der die wichtigsten Handlungsfelder für eine nachhaltige Lernkultur beschreibt. Neben dem Wandel der Führungskraft zum Lernförderer und Mentor ihrer Mitarbeiter und der Motivation der Mitarbeiter zu eigenverantwortlichem Lernen kommt der Schaffung lernförderlicher Bedingungen, um selbstgesteuertes Lernen und internen Wissensaustausch zu fördern, eine Bedeutung zu. Entscheidend zudem: Methoden im Rahmen des Gesamtkonzeptes weiterzuentwickeln. Laut Sabine Seufert vom SCIL bringt es wenig, einzelne Tools für 'quick wins' einzuführen. 'Bevor Unternehmen intervenieren, sollten sie erst einmal genau schauen, wo sie eigentlich stehen', erläutert sie. Nur mit einer genauen Analyse und Diagnose sowie der Fokussierung auf Schwerpunkte könnten Tools entwickelt werden, die auch greifen. Fragen zur Lernkultur-Forschung beantwortet Sabine Seufert per E-Mail.
Autor(en): (pwa)
Quelle: Training aktuell 01/07, Januar 2007
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