Inspiration

Erkenntnisse der Hirnforschung

Wie lernt das Gehirn?

Die Hirnforschung kann Trainern wichtige Impulse für die Wissensvermittlung liefern, wie der Epileptologe Christian Elger auf der Bildungsmesse Learntec eindrucksvoll nachwies. Viele der Neuro-Thesen sind der Pädagogik bestens bekannt – andere werden häufig unterschätzt.
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Weiterbildungsangebote werben gerne mit dem Prädikat 'gehirngerecht'. Andere arbeiten mit einem Modell, bei dem es eine klare Aufgabenteilung zwischen den Gehirnhälften gibt, nach dem Motto: links denken, rechts fühlen. Immer häufiger soll die marketingträchtige Vorsilbe 'Neuro' helfen, Lernkonzepte oder Trainingsformen zu legitimieren. Nicht alles, was sich auf Hirnforschung beruft, ist wissenschaftlich fundiert – umgekehrt kann das immer noch sehr unvollständige Wissen über das Gehirn Lernen nicht restlos erklären.

Daher war die Klarheit wohltuend, mit der Christian Elger im Februar 2011 auf der Karlsruher Bildungsmesse die Arbeitsteilung von Pädagogik und Neurologie beschrieb. Es sei nicht Aufgabe der Hirnforschung, jahrhundertelang bewährte didaktische Konzepte über den Haufen zu werfen, versicherte der Bonner Professor für Epileptologie in seiner Keynote den anwesenden Bildungsexperten. Vielmehr gehe es darum, unterschätzte Einzelaspekte hervorzuheben, die in der Lernpraxis wichtig sein könnten. Diese 'Lichtpunkte' beruhten auf klinischen Experimenten und seien daher hochvalide, betonte Elger, der gleichzeitig vor vorschnellen Interpretationen warnte: 'Das Hirn ist so komplex, dass man im Prinzip zu jeder Einzelfrage eigene Experimente machen muss.' Simple Analogie-Bildungen führten da nicht weiter.

Wie das Hirn lernt, erklärte der Professor anhand einiger grundlegender Mechanismen. Dazu gehört insbesondere das Gedächtnis, denn Lernen ist nichts anderes, als seinen Informationsspeicher zu füllen – besser gesagt: die Gedächtnisse. Denn der Mensch speichert Informationen auf unterschiedliche Weise ab. Dabei kommen Mechanismen zum Tragen wie etwa die Bahnung. So bezeichnen Neurologen einen Prozess, bei dem starke oder oft wiederholte Reize sich gewissermaßen in der neuronalen Hardware des Hirns niederschlagen.

Extras:
  • Der Blick in den Kopf: Die Möglichkeiten neuer bildgebender Verfahren
  • Hirn-Fakten: Neues aus der Hirnforschung kurz gefasst
  • Fünf Neuro-Lern-Tipps: Erfolgreich gehirngerecht lernen
Autor(en): Sascha Reimann
Quelle: Training aktuell 03/11, März 2011, Seite 18-20
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