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Interaktion macht dumm

Schwarmintelligenz


Ob es um die Schätzung von schwer Schätzbarem geht oder die Prognose von Entwicklungen in der Zukunft: Viele sind klüger als einer. Von der Weisheit der vielen oder Schwarmintelligenz sprechen Wissenschaftler in diesem Kontext. Die kann allerdings schnell in Schwarmdummheit umschlagen, wie ein Forscherteam der Technischen Hochschule in Zürich experimentell gezeigt hat. Die Soziologen stellten 144 Studenten sechs Fragen. Unter anderem wollten sie wissen, wie viele Kilometer die Grenze zwischen der Schweiz und Italien misst, wie hoch die Bevölkerungsdichte in der Schweiz ist und wie viele Morde es 2006 im Alpenstaat gegeben hat. Alles Zahlen, die kaum einer kennt, von denen aber jeder zumindest eine ungefähre Ahnung hat.

Jede Frage wurde fünfmal wiederholt. Nach jeder Fragerunde erfuhren die Probanden den Mittelwert der Antworten aller Studienteilnehmer, bekamen im Laufe des Versuchs sogar deren konkreten Schätzwerte vorgelegt. Bei der ersten und der letzten Schätzung wurden die Probanden zudem gefragt, wie sicher sie sich sind.

Vertrauen löscht Wissen

Bei allen Fragen zeigte sich das gleiche Muster: Je mehr Informationen die Studenten über das Antwortverhalten der anderen erhielten, desto stärker näherten sich ihre Schätzwerte an und desto sicherer wurden sie sich ihrer Sache. Zu Unrecht: Denn der Mittelwert der Schätzungen entfernte sich vom tatsächlichen Wert immer weiter, heißt, im Schnitt schätzten die Studenten in der ersten Fragerunde am besten, in der fünften am schlechtesten.

Die Forscher erklären dieses Ergebnis in ihrem Studienbericht im Wissensblatt 'Proceedings of the National Academy of Sciences' durch den sogenannten Vertrauenseffekt: Statt das eigene Wissen einzubringen, vertrauen wir auf das Wissen der anderen. Womit letztlich ein Ergebnis alleine auf der Grundlage von Vertrauen, aber nicht auf der von Wissen erzielt werde. 'Hier zeigt sich der Herdentrieb des Menschen', schreibt das Team um den Soziologen Dirk Helbing. Um die Weisheit der vielen nutzen zu können, sei es daher wichtig, dass diese bei Schätz-, Prognose- oder auch Entscheidungsfragen unabhängig voneinander ihr Votum abgeben.

Autor(en): (ama)


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