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Senken virtuelle Rollenspiele das Urteilsvermögen?

Psychologische Studie


Menschen sind beeinflussbar: Sie vertrauen anderen oft mehr als ihrem eigenen Urteil und lassen sich dadurch sogar zu Falschurteilen hinreißen. Laut einer aktuellen Studie des Departments für Psychologie und Psychotherapie an der Universität Witten Herdecke verstärken Computerspiele diese Neigung. Das jedenfalls legt ein Experiment nahe, bei dem die Spieler in die Rolle eines Avatars schlüpften. Die Forscher um Studienleiter Ulrich Weger teilten 63 Testpersonen in zwei Gruppen ein: Die erste Gruppe sollte sieben Minuten lang in einem Computerspiel in die Rolle eines virtuellen Charakters schlüpfen, die zweite Gruppe durfte sich während derselben Zeit nach eigenem Gusto im Internet bewegen. Dann sollten die Mitglieder beider Gruppen beurteilen, welcher von zwei fiktiven Jobkandidaten besser zur Übernahme einer be­­stimmten Position geeignet ist. Die Forscher baten die Probanden zudem, neue, sich in Entwicklung befindende Computer­algorithmen zur Kandidatenauswahl zu testen. Besagte Systeme gaben dann auch vor den Probanden ein Urteil über die fraglichen Kandidaten ab – manchmal korrekt, manchmal falsch.

Interessanterweise schlossen sich die Probanden, die zuvor das Computerspiel absolviert hatten, signifikant häufiger dem falschen Computerurteil an als die aus der Vergleichsgruppe. 'Offensichtlich erzeugt das Eintauchen in einen virtuellen Charakter Veränderungen im menschlichen Urteils- und Erlebensvermögen', so Studienleiter Weger. Er sieht damit frühere Untersuchungen bestätigt. Demnach zeigten Testpersonen nach Identifikation mit einem Avatar ein tendenziell mechanisches und roboterhaftes Verhalten. Noch ungeklärt ist allerdings, wie lange solche Effekte anhalten und auch, welche psychologischen Mechanismen im Einzelnen dahinterstecken: Wirkt sich häufiges Versenken in virtuelle Charaktere langfris­tig auf die Entscheidungskompetenz aus? Steigert es den Glauben an die Unfehlbarkeit der Technik? Oder sind hier Mechanismen der sozialen Zugehörigkeit am Werk – bewirkt also die soziale Identifikation mit einem Avatar, dass man sich seinem Urteil anschließt?

Die Studie steht unter hier kostenlos zur Verfügung.

Autor(en): (jum)


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