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Schlechte Noten für Arbeitszeugnisse

Mitarbeiterbewertung


'Sechs, setzen!' Wissenschaftler der Jenaer Ernst-Abbe-Hochschule haben den Verfassern von Arbeitszeugnissen ein denkbar schlechtes Zeugnis ausgestellt. In einer Befragung von knapp 100 Zeugniserstellern und ebenso vielen Zeugnisauswertern kommen die Ökonomen Steffi Grau und Klaus Watzka zu dem Schluss: Den Verfassern fehlt es erheblich an Expertise für diese Tätigkeit. Zudem kreiden sie ihnen an, die Zeugnisse kaum noch selbst zu erstellen, sondern sich vor allem aus Versatzstücken aus dem Internet und aus Zeugnisprogrammen zu bedienen. Hauptursache für dieses Vorgehen ist laut Studienautoren die Gesetzesvorgabe: Diese verlangt wahre, aber eben auch wohlwollende Formulierungen. Um diesen Drahtseilakt zu bewältigen und nicht Gefahr zu laufen, sich in juristische Auseinandersetzungen zu verstricken, griffen viele Personaler und Führungskräfte sicherheitshalber eben lieber auf vorgefertigte Formulierungen zurück. Die sind jedoch weniger eindeutig, als man meinen mag. 'Es existiert eher babylonische Sprachverwirrung als eine einheitliche, eindeutige Zeugnissprache. Diese gehört ins Reich der gut gepflegten Mythen und Legenden', so die Wissenschaftler. Als Quintessenz aus ihren Ergebnissen schlagen die Forscher eine radikale Lösung vor: die Abschaffung der Zeugnispflicht. Gleichzeitig müsse aber sichergestellt werden, dass ein ausscheidender Arbeitnehmer eine alternative Bestätigung über seine ausgeübten Tätigkeiten und seine wahrgenommenen Funktionen erhält.

Autor(en): Andree Martens

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