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Die Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft wird 60

Institutsjubiläum


Mit einem Jubiläumssymposium am 24. November 2016 in Köln feiert die Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft ihr 60-jähriges Bestehen – und den Aufbruch in eine neue Ära.


Das Institut mit Sitz in Überlingen und Bad Harzburg gehört zu den großen alten Playern am deutschen Weiterbildungsmarkt: 1956 von Reinhard Höhn in Bad Harzburg gegründet, stieg die Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft rasch zu einer der ersten Adressen der Führungskräfteweiterbildung im Nachkriegsdeutschland auf. Zehntausende Chefs pilgerten nach Bad Harzburg, um sich dort in einer neuen Führungslehre unterweisen zu lassen – dem Harzburger Modell, zu dessen Kernbestandteilen die Idee gehörte, dass Führungskräfte die Verantwortung für das Daily Business an den Mitarbeiter delegieren sollten. Im Verlauf der 1980er-Jahre allerdings fiel der Ansatz mehr und mehr aus der Zeit. Denn er sah für den Mitarbeiter immer nur einen kleinen, grundsätzlich der Autorität der Führungskraft untergeordneten Handlungsspielraum vor. Zur Kritik am Modell gesellte sich ein Ende der 1970e- Jahre publik gewordener Skandal um Reinhard Höhns Nazi-Vergangenheit.
Eine Wende kam 1989, als der Hamburger Bildungskonzern Cognos AG den Seminarbetrieb übernahm. Und als dann 1997 Daniel Pinnow Geschäftsführer der Akademie wurde, brach für das Institut endgültig eine neue Ära an: Mit dem von Pinnow verfolgten Modell der systemischen Führung war die Akademie wieder dicht dran am Puls der Zeit, stattete Führungskräfte mit den nötigen Kompetenzen aus, um in einem von Dynamik und Komplexität geprägten Umfeld erfolgreich zu agieren. Wie stark sie dem Ansatz jedoch verpflichtet bleiben oder mit einem breiter gefächerten Programm den Massenmarkt bedienen sollte – das war ein Punkt, über den in der Leitung seit der Wirtschaftskrise in den Jahren 2009 und 2010 diskutiert wurde. Auch über die Wachstumsziele war man sich uneins.
Nach 15 Jahren an der Spitze der Akademie trat Pinnow 2012 schließlich ab. Einige Führungswechsel später übernahm im Juni 2016 Lucia Sauer Al-Subaey die Akademie-Leitung. Sie soll das Institut nun in seine dritte erfolgreiche Ära führen. Dazu gehört die Verstärkung digitaler Lernformen ebenso wie die Aufnahme neuer Themen – etwa zur agilen Zusammenarbeit – ins Seminarprogramm. Das zehnte Akademie-Symposium, das als Jubiläumskongress Ende November stattfindet, markiert die zukünftige Richtung: Die Zukunftsforscherin Friederike Müller-Friemauth erklärt, wie Führung im Netzwerk funktioniert. Der Unternehmensberater und Initiator des Augenhöhe-Netzwerks, Sven Franke, zeigt auf, wie Unternehmen davon profitieren, wenn sie Mitarbeiter zu eigenverantwortlichen Akteuren machen. Und Donald M. Schwarzenbart bietet Führungskräften die Möglichkeit einer persönlichen Standortbestimmung: Führen sie agil, holokratisch – oder doch direktiv?

Die Teilnahme am Jubiläumskongress ist kostenlos. Anmeldung unter ­beratung@die-akademie.de

Autor(en): Sylvia Jumpertz

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