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Den meisten Firmen fehlt die Strategie

Industrie 4.0


Nur neun Prozent der deutschen Top-Führungskräfte geben an, dass ihr Unternehmen eine umfassende Industrie-4.0-Strategie verfolgt. Im internationalen Vergleich sind es mit zehn Prozent ähnlich wenige. In Diskrepanz dazu steht, dass Firmen, die eine solche Strategie haben, wirtschaftlich erfolgreicher sind. Zu diesem Ergebnis kommt das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte, das für eine Studie rund 2.000 Executives und C-Levels in Deutschland und 18 weiteren Ländern befragen ließ. Demnach konnten 18 Prozent der Unternehmen, die angeben, eine Industrie-4.0-Strategie zu haben, ein jährliches Wachstum von mindestens 20 Prozent erzielen – bei Unternehmen ohne klares Bekenntnis zur Industrie 4.0 waren es nur drei Prozent.

Immerhin gibt fast die Hälfte der weltweit Befragten an, bereits an Ansätzen zur punktuellen Umsetzung von Industrie 4.0 zu arbeiten. 21 Prozent der globalen Unternehmen verfügen jedoch über gar keine Strategie, in Deutschland sind es sogar 41 Prozent. Trotz der bisher eher geringen Fokussierung auf dieses Zukunftsprojekt sind die Erwartungen daran hoch – insbesondere in Deutschland: So erhoffen sich 80 Prozent der deutschen Top Executives eine Umsatzsteigerung und gut 40 Prozent erwarten ein verbessertes Risikomanagement sowie Kostensenkungen. International sind die Erwartungen etwas gedämpfter, Umsatzsteigerungen erwarten knapp 60 Prozent, Kostensenkungen sehen 29 Prozent der Befragten. Thomas Döbler, verantwortlicher Partner für den Sektor Industrial Products und Construction bei Deloitte, rät den Unternehmen: „Wenn wir die hohen Erwartungen erfüllen wollen, müssen wir in Deutschland unsere Investitionen in Industrie-4.0-Technologien deutlich steigern.“ Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang laut Döbler die Weiterbildung der Beschäftigten, damit sie den neuen Anforderungen einer Industrie 4.0 gewachsen sind. Hier scheinen die deutschen Unternehmen auf einem guten Weg zu sein. 82 Prozent der deutschen CXOs sehen die Weiterbildung der Mitarbeitenden als höchste Priorität auf dem Weg zu einer umfassenden Industrie-4.0-Strategie. 

Was Führungskräfte von der Industrie 4.0 erwarten
Umsatzsteigerung: 80% (Deutschland), 59% (global)
Verbessertes Risikomanagement: 43% (D), 27% (global)
Kostensenkungen: 42% (D), 29% (global)
Mehrwert für die Gesellschaft: 6% (D), 23% (global)

Quelle: www.managerseminare.de; Studie „The Fourth Industrial Revolution. At the intersection of readiness and responsibility“ des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte. n= 2.000 Executives und C-Levels in Deutschland und 18 weiteren Ländern, 2020.

Autor(en): Marie Pein


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