Musterbruch

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Taylor reloaded

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Wenn es um den Abschied von alten Managementüberzeugungen geht, darf die Taylorismus-Schelte nicht fehlen. Doch ist diese Kritik berechtigt? Nicht unbedingt am Werk von Frederick W. Taylor, sondern an der immer subtileren Zuspitzung des Ansatzes. Stefan Kaduk und Dirk Osmetz blicken auf die Wurzeln zurück und sorgen sich um die getarnte Rückkehr einer Denke, die schon als überwunden galt.

Preview

Noch aktuell: Grundzüge wissenschaftlicher Betriebsführung

Keine Ehrenrettung: Taylors negatives Menschenbild

Zuspitzung: Taylorismus mit Tarnkappe

Fremdtaktung überwinden: Kreativität fehlgeleitet

Nebelkerzen: Scheineffizienz und Bullshit-Jobs

Zurück zum Zweck: Neudenken statt Kosmetik


Cover managerSeminare 289 vom 25.03.2022Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 289

Haben Sie die „Kritik der reinen Vernunft“ von Immanuel Kant gelesen? Oder „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ von Max Weber? Vermutlich nicht, zumindest nicht die vollständigen Originalfassungen. Und doch werden Sie den kategorischen Imperativ und die Diagnose vom „stahlharten Gehäuse der Organisation“ kennen und diese Gedanken kenntnisreich in die eine oder andere Diskussion einbringen. So ähnlich verhält es sich wohl auch mit dem 1911 erschienenen Hauptwerk Frederick Winslow Taylors: „Die Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung“. Kaum ein Name steht so sehr für das, was bei der Gestaltung und Führung von Organisationen endgültig entsorgt werden muss.

Aber ist diese Überzeugung gerechtfertigt, wenn man über folgenden Satz nachdenkt? „Menschen haben unterschiedliche Potenziale, die entsprechend genutzt werden müssen. Einfache Produktionsprozesse sollten nach klaren und fundierten Standards ablaufen. Der Bezug zur eigenen Tätigkeit im Unternehmen muss für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter gegeben sein. Die Entlohnung hat in direktem Bezug zur erbrachten Leistung zu stehen. Veränderungsprozesse müssen in kleinen Schritten erfolgen.“

Noch aktuell: Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung

Das sind die sprachlich an die heutige Zeit angepassten Aussagen von Frederick Winslow Taylor. Sie sind in ähnlicher Form auch heute noch von Unternehmerinnen und Managern regelmäßig zu hören. Bereits auf der ersten Seite seines Werks wird klar, welches Ziel Taylor verfolgte: „Wir sehen, wie die Wälder dahinschwinden, die Wasserkräfte vergeudet, der Boden und seine Schätze in das Meer gewaschen werden; die Erschöpfung der Kohle- und Eisenerzlager ist nur noch eine Frage der Zeit. Weniger offensichtlich, weniger leicht zahlenmäßig darstellbar und deshalb leider bisher nur hier und da in ihrer Bedeutung erkannt, ist die viel größere tagtägliche Vergeudung menschlicher Arbeitskraft durch ungeschickte, unangebrachte oder unwirksame Maßnahmen.“

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