Führung

Musterbruch
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Geübte Improvisation

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Was in der Musik als Kunst gilt, hat in Organisationen den zweifelhaften Ruf als letztes Mittel. Die Rede ist von der Improvisation. Dabei ist es längst an der Zeit, die Bedeutung des Improvisierens für das Überleben eines Unternehmens zu würdigen, meinen Dirk Osmetz und Stefan Kaduk. Sie plädieren für etwas, was Musiker immer schon diszipliniert getan haben: Üben!

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Krisenbewältigung: Ohne Improvisation chancenlos

Mehr als eine Restgröße: Keine Organisation ohne Improvisation

Lernen vom Jazz: Mit Spontanrealitäten umgehen

Improvisieren versus Experimentieren: Unterscheiden, was sich ähnlich ist

Die Krise üben: Improvisation trainieren


Cover managerSeminare 285 vom 19.11.2021Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 285

Was haben Tinker Bell, MacGyver und James Bond gemeinsam? Die Antwort ergibt sich aus der Überschrift dieses Artikels: Sie sind Meister der Improvisation. Ausweglos erscheinenden Situationen entkommen sie nur, weil sie die Fähigkeit haben, zu improvisieren. Was in Filmen bewundert wird, ist in Organisationen allerdings verpönt. Hier sollte möglichst nicht improvisiert werden. Demzufolge wird Improvisation weniger als Herausforderung gesehen, sondern eher mit einer zu vermeidenden Notsituation in Verbindung gebracht. Wenn Menschen im Organisationsalltag aufgrund fehlender Ressourcen, bürokratischer Hürden oder unklarer Zielpriorisierungen auf die spontane Klugheit im Augenblick angewiesen sind, wird zugleich gehofft, bald wieder in ruhigeres Fahrwasser zurückzukehren. Improvisation in Organisationen hat das Image eines Mangels. Sie kommt notgedrungen dann zum Zug, wenn es nicht anders geht. Das muss überraschen, weil es gerade die Fähigkeit zur Improvisation ist, die gute Teams auszeichnet – vor allem in Krisenzeiten.

Krisenbewältigung – ohne Improvisation chancenlos

Im Rückblick auf die Zeit seit Beginn der Pandemie müsste die Fähigkeit zur Improvisation eigentlich gefeiert werden. Menschen haben plötzlich das getan, was in der üblichen Change-Rhetorik seit Jahren von ihnen gefordert wird: Sie haben die sogenannten Komfortzonen verlassen. Auf einmal wurden die beiden 27-Zoll-Bildschirme auf höhenverstellbarem Schreibtisch im Büro gegen das 13-Zoll-Notebook auf dem Campingklapptisch im Schlafzimmer eingetauscht – und dennoch wurden die Aufgaben zuverlässig erledigt. Durch das Improvisationsgeschick in den Familien ist es – zumindest irgendwie – gelungen, Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Alle Pläne, die in dieser Zeit gemacht wurden, waren nur so viel wert wie das Improvisationstalent der Menschen, die sie dennoch umgesetzt haben. Es ist auch nicht den Evakuierungsplänen der westlichen Regierungen zu verdanken, dass überhaupt Menschen aus Afghanistan herausgeflogen wurden. Mindestens genauso wichtig waren die Improvisationsfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten vor Ort sowie der zu evakuierenden Menschen. Und zu Beginn der Hochwasserkatastrophe im Sommer dieses Jahres waren es nicht die Katastrophenpläne, die für Hoffnung sorgten. Entscheidend war die Improvisationskraft der Betroffenen und Helfer.

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