Management

Kompetenzentwicklung

Kompetenz geht vor Persönlichkeit

Was macht Mitarbeiter kompetent? Und wie lässt sich Kompetenz fördern? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine mehr als vierjährige Studie der Universität Gesamthochschule Kassel. Die Erkenntnisse lassen Zweifel am Nutzen populärer Weiterbildungsthemen aufkommen – und liefern Personalentwicklern wertvolle Hinweise, Weiterbildungsmaßnahmen effektiver zu gestalten. managerSeminare hat die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.
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Keine Frage: Fachliche, methodische, soziale und personale Kompetenzen sind wichtig, um im Arbeitsalltag bestehen zu können. Aber kaum jemand vermag fundiert zu beurteilen, welche Kompetenzanteile für die erfolgreiche Bewältigung einer Aufgabe unbedingt notwendig, welche kompensierbar und welche unter Umständen sogar verzichtbar sind.

Objektive und damit messbare Kriterien für die einzelnen Kompetenzfacetten zu entwickeln, war daher ein zentrales Anliegen der Wissenschaftler der Universität Gesamthochschule Kassel. Dr. Simone Kauffeld und Dr. Sven Grote beobachteten über einen Zeitraum von vier Jahren das Problemlösungsverhalten von 30 Arbeitsgruppen aus Industrie-Unternehmen und kommunalen Versorgungsunternehmen.

Die so gewonnenen Ergebnisse legen folgenden Schluss nahe: Die populären Annahmen zur Mitarbeiterqualifikation müssen relativiert werden. So z.B. die verbreitete Ansicht, dass Kompetenzen sich unmittelbar auf die Ausprägung einzelner Persönlichkeitsfaktoren zurückführen ließen. Die Kasseler Forscher kommen nämlich zu dem Ergebnis, dass sich die Entwicklung beruflicher Kompetenzen ganz und gar nicht mit der Persönlichkeitsentwicklung gleichsetzen lässt. Auch die weit verbreitete Annahme, Sozialkompetenz sei in der heutigen Arbeitswelt wichtiger als Fachkompetenz, muss verworfen werden.

Als regelrecht kontraproduktiv erwiesen sich rein fachliche Schulung zu Themen wie Betriebswirtschaft oder EDV: Ungeschulte Mitarbeiter machten sogar mehr konstruktive Verbesserungsvorschläge als ihre weitergebildeten Kollegen. Erheblich positiver lesen sich die Ergebnisse zu fachübergreifenden Schulungen. Die Mitarbeiter erwiesen sich danach als fachkompetenter, z.B. analysierten und strukturierten sie Probleme nach den Schulungen wesentlich differenzierter als vorher.

Extras:
  • Übersicht: Was ist Kompetenz? Die Unterschiede zwischen Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz auf einen Blick.
  • Info-Kasten: Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung. Welche Schwächen es gibt, wie sie sich zeigen und was sich dagegen tun lässt.
  • Info-Kasten: Kontaktadresse und weitere Informationen zur Studie von Dr. Simone Kauffeld und Dr. Sven Grote.
Autor(en): Jürgen Graf
Quelle: managerSeminare 52, Januar 2002, Seite 108-114
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