Management

Holakratische Organisationen
Holakratische Organisationen

Agile Selbstlähmung

merken
Unter modernen Organisationskonzepten nimmt die Holakratie eine Sonderrolle ein, setzt sie doch auf ein für „postbürokratische“ Unternehmen erstaunliches Maß an Formalisierung. Auf den zweiten Blick zeigt sich: Die strenge Orientierung an Formalität soll Nebenwirkungen des Hierarchieabbaus entgegenwirken. Wie die Analyse von Organisationssoziologe Stefan Kühl zeigt, ist die Holacracy allerdings selbst alles andere als nebenwirkungsarm – und das lehrt viel über Tücken des Organisierens im Allgemeinen.

Preview

Verblüffend bürokratisch: In welchem Ausmaß holakratische Organisationen Interaktion verregeln

Große Hoffnungen: Wie die Holakratie die informale Seite des Organisierens überflüssig machen will

Erstarrungstendenz: Wieso ausgerechnet die auf Agilität bedachte Holakratie zur Gefahr für die Veränderungsfähigkeit eines Unternehmens werden kann

Schattenorganisation: Warum sie sich in holakratischen Organisationen ausbildet

Lesson Learned: Die Weisheit von Organisationen liegt nicht im perfekten System

Cover managerSeminare 301 vom 24.03.2023Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 301

Organisationen unterscheiden sich wesentlich darin, wie sie Interaktionen strukturieren. In klassisch hierarchischen Unternehmen ist es üblich, dass Führungskräfte die Regeln festlegen, nach denen Interaktionen stattzufinden haben. Und sie haben meist auch den höchsten Redeanteil darin. Ein ungewolltes Folgeproblem: Mitarbeitende halten sich mit ihren Meinungen oft stark zurück, reden dem Chef oder der Chefin manchmal sogar nach dem Mund.

In vielen postbürokratischen Organisationen, die Hierarchien abflachen und Abteilungen auflösen, sind Interaktionen dagegen kaum strukturiert. Es gibt wenig offizielle Regeln dafür. Man stützt sich vielmehr auf das Vertrauen in Personen und verlässt sich darauf, dass sich die Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer ihre Interaktionsregeln schon selbst geben werden. Die Idee dahinter ist, dass Entscheidungsprozesse auf diese Art schneller ablaufen und dass Unternehmen so agiler werden. Doch hat auch dieser Ansatz unerwünschte Nebenwirkungen. Sehr oft kommt es im Zuge der Entformalisierung von Interaktion zu unvorhersehbaren Konflikten, ausfransenden Diskussionen und – aus der Not geborenen – schalen Kompromissen.

Doch neben dem postbürokratischen „Normalfall“ gibt es eine Erscheinungsform neuen Organisierens, die auf den ersten Blick paradox erscheint: Organisationen, die Interaktionen derart stark formalisieren, dass dagegen selbst staatliche Verwaltungsapparate wie Waisenkinder der Bürokratisierung aussehen. Die Rede ist von holakratischen Organisationen.

Vielen Dank für Ihr Interesse an diesem Artikel

Lesen Sie jetzt weiter …

mit unserer Testmitgliedschaft von managerSeminare:

für nur 10 EUR einen Monat lang testen

Zugriff auf alle Artikel von managerSeminare

Sofortrabatte für Bücher, Lernbausteine & Filme

managerSeminare
Wir setzen mit Ihrer Einwilligung Analyse-Cookies ein, um unsere Werbung auszurichten und Ihre Zufriedenheit bei der Nutzung unserer Webseite zu verbessern. Bei dem eingesetzten Dienstleister kann es auch zu einer Datenübermittlung in die USA kommen. Ihre Einwilligung bezieht sich auch auf die Erlaubnis, diese Datenübermittlungen vorzunehmen.

Wenn Sie mit dem Einsatz dieser Cookies einverstanden sind, klicken Sie bitte auf Akzeptieren. Weitere Informationen zur Datenverarbeitung und den damit verbundenen Risiken finden Sie hier.
Akzeptieren Nicht akzeptieren
nach oben Nach oben