Management

Bürgerbeteiligung

Offen für Kundenkompetenz

Die Idee, die Bevölkerung an Unternehmensentscheidungen teilhaben zu lassen, ist die ideale Spielwiese für ideologische Grabenkämpfe. Doch an der Bevölkerung vorbei und quasi 'durch die Hintertür' lassen sich folgenschwere Unternehmensentscheidungen schon heute kaum noch durchsetzen. Und wenn, sind lange gerichtliche Auseinandersetzungen mit unbefriedigenden Urteilen die Konsequenz, die das gegenseitige Vertrauensklima auf Jahre hinaus zerstören. Dabei gibt es sinnvolle und erfolgreiche Modelle der Bürgerbeteiligung. Voraussetzung: Diese Beteiligung muß frühzeitig geschehen und sollte pragmatisch und nicht weltanschaulich ausgerichtet sein.
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'Was - jetzt sollen nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch irgendwelche Leute mitreden? Ihr habt wohl zuviel Zeit, um Euch so einen Unsinn zu überlegen!' Das wird bei vielen die erste Reaktion sein, wenn sie die Überschrift dieses Beitrags lesen. Aber so geht es den meisten Erfindungen am Anfang - zuerst werden sie mißachtet und dann sind sie auf einmal in aller Munde. Ich wage zu prognostizieren, daß es so auch mit den Sozial-Erfindungen gehen wird, die in diesem Artikel vorgestellt werden.

Kein Betrieb existiert für sich allein, sondern er ist Teil eines sozialen Netzes. Er ist von den Kundenbedürfnissen, deren Erfüllung seine Aufgabe ist, existentiell abhängig. Und er muß sich gegenüber einer immer kritischeren Öffentlichkeit rechtfertigen. Deshalb tut jedes langfristig denkende Unternehmen gut daran, die Kunden als auch sonstige interessierte Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und Verbände in die Entscheidungsprozesse aktiv miteinzubeziehen und sich damit die unerläßlichen Wahrnehmungsorgane für das betriebliche Umfeld zu schaffen. Je gesättigter die Märkte, umso nötiger ist das - ebenso bei schwierigen sozialrelevanten Unternehmensentscheidungen (z.B. Industrieneubauten). Dieser Ansatz entspricht der moderner Marketing-Idee, die im folgenden kurz charakterisiert wird, geht jedoch einen Schritt weiter.

Zu Beginn der industriellen Revolution und während des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg genügte es zu produzieren und zu produzieren. Die Nachfrage war so groß, daß sich die Produkte quasi von selbst verkauften. Heute sind die Märkte - bis auf Ausnahmen - mehr oder weniger gesättigt. Damit haben sich auch die traditionellen Unternehmensphilosophien weitgehend überlebt. Diese können in drei Gruppen eingeteilt werden…
Autor(en): Thomas Mayer
Quelle: managerSeminare 13, Oktober 1993, Seite 90-95
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