Online Educa 08

Einige Eindrücke

Die Online Educa gehört – ähnlich wie der DGFP-Kongress – zu meinen jährlichen Kongress-Highlights. Viele Jahre hintereinander habe ich beim Besuch der Veranstaltung in Berlin entweder einen neuen Begriff lernen dürfen, einen besonders beeindruckenden Speaker erlebt oder eine anrührende Geschichte über das Engagement von Menschen in Sachen Bildung gehört. "Online Educa is more a phenomenon than a conference", sagte Harold Elletson dieses Jahr zur Begrüßung. Das trifft recht gut mein Gefühl, zumindest das der vergangenen Jahre. Dieses Jahr hat sich bei mir allerdings kein so erhebendes Aha-Erlebnis eingestellt. Beeindruckend war immerhin die Internationalität: 91 Länder waren vertreten, insgesamt fast 2.100 Teilnehmer, die größte Delegation kam - klar - aus Deutschland (291 Teilnehmer), dicht gefolgt von den Britten, die dieses Jahr mit 247 Teilnehmern die Niederländer auf Platz drei verwiesen (seit Jahren gibt es einen Kampf zwischen NL und GB um Platz zwei). Vielleicht ein Erfolg von Donald Clark, der im März dieses Jahres das Organisationskommitee der Konferenz verstärkt hat. Auffällig war, dass einige deutsche Vertreter, die seit Jahr und Tag auf der Konferenz anzutreffen sind, nicht da waren. Interessant ist die Zusammenstellung der Aussteller gewesen: Neben Namen wie IBM, Blackboard, Fronter, imc AG viele kleine, restlos unbekannte...

Der Kongress: In Erinnerung geblieben ist mir Keynote-Speaker Michael Wesch. Ich hatte mich mit ihm im Vorfeld der Konferenz schon einmal beschäftigt (siehe Blogeintrag zur Ankündigung der Online Educa). Sein YouTube Video "The machine is US/ing us" hat er natürlich auch in Berlin gezeigt (siehe weiter unten). Er ist Kulturanthropologe und erforscht an der Kansas State University, was Menschen am Internet, an Web 2.0 und YouTube so fasziniert. Die wichtigsten Thesen, die Wesch auf der OEB vertrat: "media are not just tools of communication. media mediate relationships between people and between institutions. we shape the tools, thereafter the tools shape us. So, when media change, we change as well." Bezogen aufs Lernen hat Wesch herausgefunden, dass gern gelernt wird, das "teaching" in seiner jetzigen Form jedoch nicht geschätzt wird. Tatsächlich hat sich die Lehre seit 1967 nicht verändert, wie er betonte. Verändert haben sich aber eben die Medien und damit das Lernen. Wesch: "To learn is to share information, to create significance and meaningful connections." Seiner Ansicht lautet die Frage für die heutig Lehrenden: "How can we creat students who can create meaningful connections?"

Mit seinem Bezug zu YouTube und Internet berührte Wesch das vermeintlich dominanteste Thema der OEB08: Gen Y. Die Ausführungen dazu waren allerdings recht widersprüchlich, was schon damit anfing, dass der Begriff Generation Y recht unterschiedlich gebraucht wurde. Mal synonym für die 18 bis 25 Jährigen, mal als Begriff für die Gen X folgende Generation, was alle wären, die nach 1975 geboren sind. Die meiner Ansicht interessanteste, weil überraschendste These zu dem recht ausufernden Thema Next Learner Generation kam von Clive Shepherd. Er zählte auf, wie die Gen Y lernen will: interactive, student-centered, authentic, colloborative, on demand. Anschließend fragte er provokant: Wollen wir das nicht alle?

Weitere Infos: Die Online Educa hat dieses Jahr eine Reihe von Podcasts produziert. Der Cast vom Donnerstag, Part 3, enthält ein Interview mit Michael Wesch. Zur Erinnerung, hier das YouTube-Video, das Michael Wesch berühmt gemacht hat.

10.12.2008
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