Die Methode der Gewaltfreien Kommunikation trainieren

Die Methode der Gewaltfreien Kommunikation trainieren

Wertschätzende Kommunikation fördert vertrauensvolle Beziehungen und Kooperationen im Berufsleben, im persönlichen und politischen Bereich. Ein grundlegendes Handlungskonzept zur Wertschätzenden Kommunikation ist die „Gewaltfreie Kommunikation“ (GfK), die Sie folgendermaßen vermitteln können:



Gewaltförmige Kommunikation meint eine Kommunikation, bei der Gesprächspartner beschuldigt oder verurteilt werden. Der Gegensatz dazu ist eine wertschätzende Kommunikation, und dazu hat der Psychologe Marshall B. Rosenberg die Methode der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) entwickelt.

Das Grundschema der Gewaltfreien Kommunikation üben

Die Methode der Gewaltfreien Kommunikation besteht aus vier Schritten:
  • Bewertungsfreie Beobachtung: Eine eigene Beobachtung wird möglichst wertfrei geschildert.

  • Benennung des Gefühls: Hier wird das Gefühl genannt, das die Beobachtung in mir ausgelöst hat.

  • Benennung des Bedürfnisses, das dem Gefühl zugrunde liegt.

  • Formulierung einer Bitte, die, wenn sie erfüllt wird, das Bedürfnis befriedigt.

Nennen Sie einige Beispiele und lassen die Teilnehmenden diskutieren, ob Ihre Beispielaussagen dieser Methodik entsprechen oder ob sie umformuliert werden sollen. Schon der erste Schritt, eine Beobachtung bewertungsfrei zu formulieren, ist für viele nicht einfach.

Sie können zum Beispiel diesen Satz vorschlagen: „Person A ist unzuverlässig.“ (bewertend). Eine passende Umformulierung wäre: „Person A wollte mir gestern die Tabelle geben, das ist bis jetzt noch nicht passiert.“ (wertfrei)

Auch die Benennung des Gefühls kann für manche schwierig sein. „Ich fühle mich nicht ernst genommen.“ Diese Aussage ist eine Interpretation des Verhaltens einer anderen Person und damit keine Beschreibung des eigenen Gefühls. „Ich bin frustriert.“ Hier wird klar ein Gefühl benannt.

Im dritten Schritt wird das eigene Bedürfnis formuliert. Nennen Sie Beispiele und fragen danach, welches Bedürfnis zum Ausdruck gebracht wird. Hinter der Formulierung „Ich sorge mich, weil die Deadline in einer Woche ist.“ steht z. B. das Bedürfnis nach Sicherheit und Klarheit.

Im vierten Schritt folgt die Formulierung einer Bitte: „Ich möchte, dass du dir mehr Mühe gibst!“ Diese Bitte ist zu undeutlich, um sie in eine Handlung zu übersetzen. Eine klarere Formulierung wäre „Ich bitte dich, mir bis Montag zurückzumelden, welche nächsten Schrittedu im Projekt wann erledigen wirst.“

Vielen Teilnehmenden fallen jetzt auch Beispiele für gewaltförmige Kommunikation aus dem eigenen Erleben ein, Situationen, die sich gemeinsam „neu formulieren“ lassen. Im Anschluss können dazu gut Rollenspiele in Kleingruppen durchgeführt werden.


Die Methode der Gewaltfreien Kommunikation und das neuropsychologische Erklärungsmodell beschreiben Franz Hütter und Sandra Mareike Lang in ihrem Buch Neurodidaktik für Trainer. Auch finden Sie eine Beschreibung der Methode mit Übungen in dem von Anja Leao herausgegebenen Buch Trainer-Kit Reloaded.

Auf einen Blick finden Sie hier zum Thema Wertschätzende Kommunikation jetzt 50 neue Tools, Bilder und Inputs im Trainerkoffer.
TK-Tipp vom 22.04.2021
Wir setzen Analyse-Cookies ein, um Ihre Zufriedenheit bei der Nutzung unserer Webseite zu verbessern. Diese Cookies werden nicht automatisiert gesetzt. Wenn Sie mit dem Einsatz dieser Cookies einverstanden sind, klicken Sie bitte auf Akzeptieren. Weitere Informationen finden Sie hier.
Akzeptieren Nicht akzeptieren
nach oben Nach oben