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OECD-Studie: Deutschland investiert zu wenig in Bildung

Im Vergleich zu anderen Industrienationen investiert Deutschland wenig in sein Bildungssystem. Das zeigt eine Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Im Jahr 2006 lagen die öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildung hierzulande bei 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das deutsche Ergebnis liegt weit unter dem Länderdurchschnitt (6,1 Prozent) und wird nur noch unterboten von Spanien, der Slowakei und der Türkei. Spitzenreiter Island gab 2006 acht Prozent für Bildung aus, mit 7,3 Prozent kommen die USA auf Platz zwei.

Die Kritik an Deutschlands Bildungspolitik ist nicht neu: Bereits in den vergangenen zwei Jahren bemängelte die OECD in ihrem jährlich erscheinenden Bericht 'Bildung auf einen Blick', dass die Bundesrepublik sich in Sachen Bildung nicht genügend engagiert. Bei der Vorstellung der aktuellen OECD-Zahlen Anfang September 2009 in Berlin wurde jedoch auch Kritik an der Erhebung laut. Deutsche Bildungspolitiker tadelten, dass die nationalen wie internationalen Statistiken nicht vollständig aufeinander abgestimmt seien. Zudem sei ein rein quantitativer Vergleich der Bildungssysteme nicht zielführend.

Ein Beispiel: Die OECD hat für Deutschland ermittelt, dass 36 Prozent eines Jahrgangs ein Studium beginnen. Auf 39 Prozent kommt hingegen das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes stützt. Im Vergleich zum OECD-Durchschnitt (56 Prozent) ist das Ergebnis in jedem Fall mau. Den Ländervergleich lassen OECD-Kritiker jedoch nur eingeschränkt gelten. Sie argumentieren: Viele Berufe, für die es hierzulande eine innerbetriebliche Ausbildung gibt, erfordern in anderen Ländern ein Studium. Das führe zu unterschiedlichen Studierendenzahlen, die jedoch nichts über die Qualität der Ausbildung aussagten. Das Bundesbildungsministerium sprach gar von 'Verzerrungen' in der OECD-Statistik.

Trotz der Kritik an der OECD-Erhebung versprach Bundesbildungsministerin Annette Schavan, sich weiterhin für eine höhere Studierendenquote in Deutschland einzusetzen. Sie verwies auf den Hochschulpakt, in dessen Rahmen Bund und Länder bis zum Jahre 2011 4,8 Milliarden Euro investieren wollen, um weitere Studienplätze zu schaffen. Diese Investition sei in Zeiten der Rezession besonders wichtig, betonte Barbara Ischinger, OECD-Direktorin für Bildung auf der Pressekonferenz. Wesentlich stärker als in anderen Ländern schütze ein Studium in Deutschland vor Arbeitslosigkeit. Ischinger prognostiziert: 'In der Wirtschaftskrise wird sich der Kontrast zwischen Hoch- und Niedrigqualifizierten weiter verschärfen.'

Autor(en): (com)


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