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Bewegendes: Der Mensch Mewes

Persönliche Begegnungen mit Menschen, die die Weiterbildung länger prägen, als ich sie im Fokus habe – was immerhin auch schon 15 Jahre sind – gehören zu den Highlights meines Jobs. Weil es interessant ist, in die Vergangenheit zu blicken und von da aus die Gegenwart zu reflektieren. Weil es ebenso inspirierend wie tröstlich ist, Menschen zu treffen, die seit Jahrzehnten für die Bildung brennen und dabei auch so manche Hürde nehmen mussten.

Eine solche Begegnung hatte ich im Herbst 2009. Wolfgang Mewes, Begründer der Engpasskonzentrierten Strategie, wurde vom Gremium des Life Achievement Award – dem ich angehöre –  als der zu Ehrende für das Jahr 2010 erkoren.

Ausgestattet mit Kameramann und Volontärin fuhr ich also nach Nierstein, wo sein geistiger Ziehsohn Hans Bürkle wohnt wie lehrt. Ich wusste, ich treffe einen 85jährigen, hatte mich also eingestellt auf einen nicht mehr ganz so up-to-daten, etwas langsameren Älteren.
 
Meiner Vorurteile musste ich mich allerdings bereits im ersten Moment unserer Begegnung entledigen. Mewes ist ein stattlicher, imposanter Mensch. Von der Statur groß und schon aus dem Grund Respekt einflößend. Er war – trotz seiner 85  Jahre – mit dem eigenen PKW angereist und erklärte frei heraus, dass sich Wohnungen von Älteren nicht für Interviews eignen. Zum Interview wurden mir von Hans Bürkle – zur Unterstützung gemeint – rote und gelbe Kärtchen gereicht. Die sollte ich zücken, wenn Mewes Einhalt geboten werden muss. Da aber auch Journalisten höflich sind und ich zugegebenermaßen Respekt vor dem Alter habe, habe ich den Rat mit den Kärtchen nicht befolgt. Eine Fehler, wie sich zeigen sollte.

Denn was dann geschah, hatte ich in meiner journalistischen Karriere noch nicht erlebt. Mewes redete ohne Unterlass, er fing an, bevor die Kamera überhaupt aufgebaut war. Er antwortete niemals auf die von mir gestellten Fragen, sondern schweifte ab, holte aus, berichtete von Anekdoten und Begebenheiten, von Erfahrungen, Krisen, Erfolgen, Rückschlägen ... Zwei Stunden Input, Weiterbildungsgeschichte aus vier Dekaden, enthusiastisch vorgebracht mit lauter Daten, Namen, Fakten. Es fuhren zurück: eine mit Infos vollgepumpte Chefredakteurin, eine leicht irritiert wirkende Volontärin und ein 'Was-mach-ich-mit-dem-Material' fragender Kameramann.

Das Material ist inzwischen sortiert, gesichtet, nach- und aufbereitetet. Wolfgang Mewes ist ein mehr als würdiger Empfänger des Life Achievement Award. Die Konzentration aufs Kerngeschäft, die Spezialisierung auf eine Zielgruppe, das Vorstoßen in die Marktnische … All das propagierte er bereits Ende der 60er Jahre und erwies sich damit als revolutionärer Vordenker. Etliche Unternehmen folgten seinen Gedanken und wurden nicht selten Weltmarktführer. Nur in der Bildung beschimpfte und verunglimpfte man ihn jahrelang – als Ausbilder von Fachidioten. In dieser Ausgabe kommen daher einige der Beratungs- und Bildungsvertreter zu Wort, die seine Leistungen nicht erst seit dem neu auf ihn geworfenen Licht schätzen.

Autor(en): (Nicole Bußmann)


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