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Learntec 2001: e-Learning wird zum e-Commerce der Personalentwickler


Mehr als 7.500 Besucher, 51 Nationen, 228 Aussteller, 5.000 Quadratmeter, drei Hallen: Anfangs als Spezialistenmesse zu einem Randthema abgetan ist die Learntec inzwischen ein Riesenerfolg mit Breitenwirkung. Auch inhaltlich hatte der Kongress plus Fachmesse zum Thema Bildungs- und Informationstechnologie viel Neues zu bieten. managerSeminare über die Trends.

'To e or not to be...' Die Abwandlung des Shakespeare-Titels durch Detlef Müller-Böling vom Centrum für Hochschulentwicklung brachte es auf den Punkt: Die Diskussionen auf der diesjährigen Learntec drehten sich nicht mehr um die Frage 'Warum'. Die Gründe und Vorteile des computergestützten Lernens sind inzwischen bekannt. 7.500 Besucher kamen daher mit ganz neuen Fragen vom 30. Januar bis zum 2. Februar 2001 in die Karlsruher Kongresshallen.

'Die Fragen heute lauten Wie und Wo', zeigte sich Dr. Wolfgang Kraemer, Mitgeschäftsführer von der imc GmbH, einem der führenden Anbieter von E-Learning-Lösungen aus Saarbrücken, überzeugt. Statt zu fragen, ob neue Lernformen Präsenzseminare überflüssig machen, interessierten sich die Unternehmen dafür, wie das Selbstlernen für die Lernenden attraktiver und effektiver wird. Und so wurde dieses Jahr vor allem über die Art und den Ort des Lernens diskutiert. Das neue Schlagwort in diesem Zusammenhang heißt collaboration, deutsch: kooperatives Lernen. Gemeint ist damit, den Lernenden in der virtuellen Welt nicht allein zu lassen. Gefragt sind so genannte Points of Cooperation (PoC): spontane PoC (der Lernende entscheidet selbst, wann er mit anderen zusammenkommt) und intendierte PoC (vom Lernbegleiter vorgegebene Zusammenkünfte, z.B. durch Online-Labs, Mentoring, Chats etc.).

Aus B2B wird B2E

'Auf Seiten der Unternehmen wächst die Einsicht, dass es beim E-Learning nicht darum geht, HTML-Seiten ins Internet zu stellen, sondern um so genannte Business-to-Employee-Lösungen,' erläuterte Kraemer. Die Personalentwicklung hat damit eine neue Aufgabe: nämlich einen Bildungsdienst mit E-Contents aufzubauen, der Wissenserwerb und -austausch im Intranet des Unternehmens ermöglicht. Das Ziel, so erklärte auch Roswitha von der Markt, accenture (vormals Andersen Consulting), sei es, die bisherige Trennung zwischen Arbeiten und Lernen zu überwinden: 'Künftig wird täglich gelernt', beschrieb sie die Vision, die es zu erreichen gilt. So würden heute E-Lösungen auch nicht mehr primär eingeführt, um Kosten durch Abwesenheit vom Arbeitsplatz einzusparen, sondern um Business-Ziele zu erreichen. Auf Grund verkürzter Innovations- und Produktzyklen, so von der Markt, sehen sich die Unternehmen mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Mitarbeiter auf den aktuellen Wissensstand zu bringen. E-Learning und Wissensmanagement wachsen damit zusammen.

'Der Begriff E-Learning wurde in der Vergangenheit oft zu eng gefasst', erläuterte auch Wolfgang Kraemer. Schließlich geht es dabei nicht nur um themenbezogene WBTs, mit denen sich die Mitarbeiter während definierter Lernzeiten weiterbilden. Das ist nur ein Teil. 'Ein weiterer ist Wissensmanagement-basiertes E-Learning, das den Mitarbeitern am Arbeitsplatz bei Bedarf leicht verdauliche Lernhappen liefert', betonte Professor Dr. Hermann Maurer von der Universität Graz. Und diese Lernhappen stammen idealerweise aus dem gesammelten Unternehmenswissen. Ein Fundus, der bislang in der Weiterbildung kaum eine Rolle spielte.

Wissenmanagement goes E-Learning

Wie aber kommt das vorhandene Wissen im Unternehmen in die Lernplattformen? Die Hyperwave AG, ein Spin-Off der Universität Graz, vertritt die Ansicht, dass die Mitarbeiter das Unternehmenswissen selbst verwalten, vermitteln und vermehren müssen. Der Mitarbeiter ist damit nicht nur Trainee, sondern durch seine Erfahrungen und Fachkenntnisse auf bestimmten Gebieten potenziell auch Wissenslieferant bzw. Wissensvermittler. Da aber nicht jeder 'trainierende' Mitarbeiter jederzeit greifbar ist, übernehmen so genannte aktive Dokumente einen Teil seiner Trainerfunktion. Basierend auf dem Prinzip der Frequently Asked Questions können die Lernenden Fragen stellen, die das System zunächst mit vorhandenen Antworten abgleicht und bei Nicht-Finden einer Erklärung an den Trainer bzw. Kollegen weiterreicht.

Aus der Erfahrung heraus, dass gerade wichtige Knowledge-Träger keine Zeit und Lust haben, ihr Wissen in Form von Dokumenten, Präsentationen etc. ins Intranet zu stellen, bieten Lernplattformanbieter wie Trilog und imc inzwischen so genanntes Knowledge Providing an. Im Grunde handelt es sich dabei um einen Redaktionsservice: Zu vorab festgelegten strategisch wichtigen Themen der Unternehmen (z.B. Fusionen, Expansion in asiatische Märkte o.ä.) stellen imc- bzw. Trilog-Redakteure die Inhalte zusammen, kaufen Content ein, suchen aber auch nach Ansprechpartnern im jeweiligen Unternehmen und bereiten deren Erfahrungen auf.

An den Arbeitsplatz des Einzelnen kommen die Inhalte durch so genannte Push-Mechanismen: Diese weisen die Mitarbeiter aktiv auf neuen Content hin. Personalisiert können die Inhalte bereitgestellt werden, wenn vorab Zielgruppen - im Fachjargon Rollen - definiert werden. Ein Techniker erhält dann also eine andere Version der Information über ein neues Produkt als sein Kollege im Vertrieb. Personalisiert können Inhalte aber auch über intelligente Systeme weiter gereicht werden. So können z.B. Internet-Agenten vom Nutzerverhalten des Mitarbeiters lernen und ihm automatisch Informationen zuleiten, die dieser oft nachgefragt hat.

Kooperationen aus Angst vorm Ami

Über Contentbereitstellung wurde auf der Learntec übrigens auch an anderer Stelle kräftig nachgedacht. Wach gerüttelt durch das Aufkommen neuer Anbieter - den Corporate Universities -, die sich ihre Inhalte nicht etwa von deutschen Hochschulen liefern lassen, sondern bei Harvard oder in Boston einkaufen, bekommt man nun langsam Angst vorm Amerikaner. 'Wollen die deutschen Hochschulen am weltweiten Bildungsmarkt teilnehmen, müssen sie dringend mit den Unternehmen kooperieren', mahnte Detlef Müller-Böling.

Eine Ansicht, die auch Joachim Guttmann von Siemens teilt: Die Hochschulen könnten universitäre Inhalte für das Weiterbildungsangebot der Firmen liefern, die Unternehmen wiederum könnten mit Best Practise Cases das Angebot der Unis anreichern. Mögliche Kooperationsmodelle bestehen nach Ansicht von Guttmann auch im Schaffen von Standards, im Service oder im Betrieb von Lernplattformen. Einer, der die Möglichkeit zur Contentpartnerschaft erkannt hat, ist imc. Im Rahmen einer Contentpartnerschaft mit mehreren deutschen Hochschulprofessoren haben sie den ersten deutschsprachigen Online-Lehrgang 'E-Business/E-Commerce-Consultant' entwickelt.

Autor(en): (nbu)


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