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Oldies als Azubis

Bank-Chef im Interview


Mit über 50 noch eine Ausbildung beginnen? Die Direktbank wollte gezielt mehr ältere Mitarbeiter einstellen und hat deshalb die Initiative 50+ ins Leben gerufen. Für das Konzept erhielt sie im November den Deutschen Diversity Preis 2011 in der Kategorie 'Innovativste Diversity-Projekte'. Anlass für managerSeminare, mit Vorstandssprecher Roland Boekhout über die Erfahrungen mit den älteren Auszubildenden zu sprechen.

Was hat die ING-DiBa dazu bewogen, Bewerbern über 50 eine Ausbildung anzubieten?

Roland Boekhout: Unser Unternehmen wächst sehr schnell. Allein in den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Mitarbeiter von 600 auf 2.800 gestiegen. Während dieser Wachstumsphase fiel auf, dass sich vorwiegend junge Menschen auf offene Stellen bewarben. Eine Auswertung ergab, dass weniger als fünf Prozent der Bewerber über 50 Jahre waren. Aber ein Altersmix ist uns wichtig, denn gerade Ältere verfügen über ein hohes Maß an Lebens- und Berufserfahrung. Im Kontakt mit Kunden ist das sehr wertvoll. Daher haben wir überlegt, wie wir gezielt ältere Bewerber ansprechen können. Als im Jahr 2006 das Berufsbild der Servicefachkraft für Dialogmarketing als anerkannter IHK-Beruf eingeführt wurde, haben wir die entsprechende Ausbildung dezidiert für Ältere geöffnet. Unsere Stellenanzeigen haben wir mit der Aufschrift 'Gerne auch über 50' versehen – mit großem Erfolg.

Was, vermuten Sie, hat ältere Jobsuchende zuvor davon abgehalten, sich bei Ihnen zu bewerben?

Boekhout: Wir vermuten, dass die Bewerber sich schlichtweg nicht vorstellen konnten, dass eine moderne Direktbank auch ältere Mitarbeiter einstellt. Diese Annahme haben wir mit unserer Initiative ausräumen können.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den älteren Azubis gemacht?

Boekhout: Die bisherigen Absolventen haben die bundeseinheitliche IHK-Prüfung mit sehr guten Noten bestanden – und damit unter Beweis gestellt, dass auch Ältere noch lernfähig sind.

Wie klappt die Zusammenarbeit im Unternehmen?

Boekhout: Die Azubis 50+ werden von den Führungskräften und Kollegen sehr geschätzt. Sie werden als leistungsstark und lernfähig angesehen. Vor allem schätzt man ihr Verantwortungsbewusstsein. Und der Einsatz in altersgemischten Teams bewährt sich: Die Erfahrungen der Älteren und das aktuelle, oft neuartige technische Wissen der Jüngeren ergänzen sich sehr gut.

Die Kollegen kommen trotz der Altersdifferenz gut miteinander aus?

Boekhout: Oh ja, denn die jüngeren und älteren Mitarbeiter profitieren auch jenseits des Fachlichen von der gemischten Zusammenstellung der Teams. So ergänzen sie sich beispielsweise in ihren Arbeits- und Urlaubszeiten. Die Älteren nehmen gerne außerhalb der offiziellen Ferienzeiten Urlaub, während junge Familien in ihrer Urlaubsplanung auf diese Zeiten angewiesen sind. All diese guten Erfahrungen haben uns übrigens so sehr in dem Programm bestärkt, dass wir die Initiative Azubis 50+ nicht nur weiterführen wollen, sondern sie auch noch um eine weitere Ausbildung erweitert haben: die IHK-Ausbildung zum Bankassistenten.

Autor(en): (Sylvia Jumpertz)


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Nachricht aus managerSeminare 166:

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