Reflexion

Reflexion per Design Thinking
Reflexion per Design Thinking

Wie möchte ich leben?

Selbstfindung, berufliche Weiterentwicklung, Lebensgestaltung – das sind Themen, bei deren Bearbeitung viele Weiterbildungsprofis ihre Klientinnen und Klienten unterstützen. Doch wer hilft eigentlich den Coachs oder den Trainerinnen dabei, ihre Ziele zu erreichen bzw. ihr Leben zu designen? Die simpelste Variante: Sie tun es einfach selbst – etwa mithilfe der Methode „Design Thinking“.

Welcher Weiterbildungsprofi tut es nicht hin und wieder insgeheim? – Neidvoll die Menschen im eigenen Umfeld beobachten, die „ihren“ Weg gehen, Bekannten Anerkennung zollen, die die Ketten von gesellschaftlichen und normativen Erwartungsbildern sprengen und Kolleginnen und Kollegen feiern, die mutig einen Schritt in die Ungewissheit wagen oder plötzlich auf ein ganz anderes Pferd setzen als vorher. Bei einer Begegnung mit ihnen ploppt sie dann meist irgendwann ganz unweigerlich und von einem Lächeln begleitet auf – die Frage: „Und was ist eigentlich mit dir ...?“ Tja, was ist eigentlich mit mir? Selbst nach dem Genuss meines Yogitees am Morgen, der mir immer einen knackigen Weisheitsspruch entgegenwirft wie „Schätze die Person, die du bist“, habe ich keine wirkliche Antwort auf diese Frage – sondern nur den Gedanken: „Recht hat er, der Yogitee. Aber ...“

Wenn die Welt inklusive der Arbeit – wie in unterschiedlichen Studien und Fachzeitschriften diskutiert und erforscht – wirklich immer komplexer, digitaler, agiler, unsicherer, unbeständiger, beschleunigter, vielschichtiger und unvorhersehbarer wird, wie kann es da sein, dass wir Coachs, Trainerinnen und Berater genau wissen, was zu tun ist, welche Rolle uns zukommt oder was wir von einer solchen Welt zu erwarten haben? Wenn eine Pandemie, wie wir sie in den vergangenen Jahren erlebt haben, imstande ist, sogar die sich sonst in so sicheren Gefilden wiegenden Berufsstände zu erschüttern, was kann das zukünftig für Auswirkungen auf uns, auf unsere Arbeitskontexte und die Weiterbildungsbranche insgesamt haben? Was braucht es, um in dieser sich stetig wandelnden und immer volatiler werdenden Welt seinen Platz zu finden, seine Berufung?

Wenn die Welt inklusive der Arbeit wirklich immer komplexer, digitaler, agiler, unsicherer, unbeständiger, beschleunigter, vielschichtiger und unvorhersehbarer wird, wie kann es da sein, dass wir Weiterbildungsprofis genau wissen, was zu tun ist?

Hand aufs Herz und einmal kurz durchatmen – vor allem die letzte Frage ist nicht leicht zu beantworten, auch wenn sie so locker flockig daherkommt. Denn obwohl wir andere Menschen immer dazu auffordern: Wir selbst sind es im Alltag ebenso wenig gewohnt, uns diese Frage im Detail zu stellen und vor allem, ihr die angemessene Zeit einzuräumen, die es bräuchte, um der Antwort und letztlich uns selbst gerecht zu werden. Frithjof Bergmann, der Begründer des New-Work-Konzepts, bezeichnet das in seinem Buch „Neue Arbeit, neue Kultur“ als „Armut der Begierde“. Wir wissen nicht nur nicht, was uns – jenseits unserer Personal Brand, die wir uns vor Jahren einmal zugelegt haben – ausmacht, wofür wir leidenschaftlich jeden Morgen aus dem Bett hüpfen oder was uns erfüllt und durch den Tag begleitet, wir geben dieser Suche auch nicht genügend Zeit und Raum – oder wagen es gar, Methoden, die sich in der Arbeit mit unseren Klientinnen und Klienten bewährt haben, bei uns selbst anzusetzen. Nicht, weil wir denken, dass wir so perfekt sind, sondern weil wir uns selbst gegenüber oft Befangenheit verspüren und gar nicht so genau wissen, wo und mit welcher Methode wir anfangen sollen. Oder weil auch wir schlicht und ergreifend den Blick von außen brauchen, um unsere blinden Flecken zu beleuchten.

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