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All-inclusive – dieses Prinzip entwickelt sich in Sachen HR-Arbeit zum Ausläufermodell. Zumindest lagern zunehmend mehr Unternehmen rein administrative Aufgaben des Personalmanagements an so genannte Shared Service Center aus. Die Personaler im Hause können sich somit auf die Gestaltung der Personalentwicklung konzentrieren. Doch so einfach das klingt: Ein Shared Service Center erfolgreich zu implementieren, ist eine schwierige Aufgabe.
Lufthansa setzt seit gut einem Jahr auf kurze Strecken, zumindest was die Personalarbeit angeht: Mitarbeiter, die eine Bildschirmbrille beantragen wollen, eine Verdienstbescheinigung brauchen oder umgezogen sind, brauchen seitdem nicht mehr den Gang in ihre Personalabteilung anzutreten. Sie können alles mit einem Griff zu Maus oder Telefon erledigen. Denn die Fluggesellschaft hat die Personalverwaltung komplett umgebaut: Dreh- und Angelpunkt des HR-Ressorts sind zwei neue Dienstleistungszentren in Hamburg und Frankfurt.
In diesen so genannten Shared Service Centern bearbeiten 55 Servicekräfte alle häufig auftretenden Anfragen aus der Belegschaft, und zwar per E-Mail oder Telefon. Die hier gebündelten rund 100 Themen reichen vom Absageschreiben für Bewerber bis zum Zeugnis für ausscheidende Mitarbeiter.
Um alles, was über die reine Administration hinaus geht, kümmern sich weiterhin die Personaler in den Divisionen. „Wir haben das Gute der Dezentralisierung kombiniert mit dem Guten der Zentralisierung“, erklärt Heiner Fels, Leiter von Lufthansa HR Business Services, der Organisationseinheit, die die Dienstleistungszentren aufgebaut hat.
Personalverwaltung zentral bündeln, komplexe Aufgaben vor Ort lösen - auf diese neue Arbeitsteilung setzen immer mehr Unternehmen: Experten schätzen, dass mittlerweile drei Viertel aller DAX-Unternehmen mit einem Shared Service Center (SSC) arbeiten. Hinter dem unscheinbaren Kürzel verbirgt sich nicht weniger als eine Revolution: „Es geht darum, die Personalarbeit komplett neu zu organisieren“, meint Thomas Faltin von der Unternehmensberatung Towers Perrin, Frankfurt am Main.
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